Schlagwort: Mut

Den eigenen Weg finden

»Wir finden unseren eigenen Weg nicht, wenn wir in die Fußstapfen vor uns treten.«

Von wem ist dieser Spruch? Ich weiß es nicht, er begleitet mich jedenfalls schon sehr lange. Kürzlich wurde ich wieder einmal daran erinnert.

Vieles im Leben scheint so klar, anderes wiederum verworren, wie ein großes Rätsel. Der Ruf nach einer Anleitung wird laut. Eine Gebrauchsanweisung für das Leben. Wer hat noch nicht nach einer gefragt?

Das Paradox dabei ist jedoch, dass sie, sollte es eine solche Anleitung geben, unserem tiefstem Wunsch nach Selbstverwirklichung und eben den Drang, den eigenen Weg zu gehen, widerspricht. 

Es ist ein Geschäftsmodell geworden, solche Anleitungen anzubieten. Vielerorts und sehr kreativ wird man gelockt und umworben. Im privaten wie im geschäftlichen Umfeld. Auf Instagram zum Beispiel häufen sich diese Angebote. Sie tarnen sich. Es heißt, es sind Anleitungen für das Programm. Für mehr Reichweite, mehr Follower, mehr Likes – ergo auch mehr Beliebtheit, mehr Erfolg und auch mehr Geld. Sie spielen mit unseren Bedürfnissen, ja, sie spielen sogar mit dem Paradox – und, sie lassen sich gut dafür bezahlen. Was wiederum für deren Erfolg spricht und einen toxischen Kreislauf bedient.

Was meine ich damit?

In diesen Anleitungen lernen wir (ich nehme Instagram nur als Beispiel), was wir schreiben, sprich posten müssen, wie oft und mit welchem Inhalt. Wie viele Storys, wann und wo. Ausgeklügelte Systeme sind das, die für viele tatsächlich funktionieren (die, die das wollen), für andere bedeuten sie puren Stress. 

Wer seinen eigenen Weg finden will, für den ist es stressig, den vorgegebenen Fußstapfen zu folgen.

Nochmal zum Paradox:

Wer ist wirklich erfolgreich? Überlegt mal. Mir fallen in erster Linie Menschen ein, die etwas anderes machen als die Masse. Die innovativ und mutig sind. Erfinder, Visionäre, Künstler, Verrückte. Verrückt im Sinne von ver-rückt. Also aus der Rolle gefallen, vom Weg abgerückt.

Ein Beispiel der Eurovision-Song-Contest. Regelmäßig gewinnt dort das Neue, das was sich vom Vorjahr unterscheidet. Leiser, lauter, sanfter, irrer. Egal, Hauptsache anders. Dennoch gibt es jedes Mal eine Vielzahl von Darbietungen, die dem des Siegersongs des Vorjahres ähneln. Sei es die Performance oder das Lied selbst. Nachahmungen. Ich frage mich, warum?

Nehmen wir noch einmal das Beispiel Instagram. Es gibt da u. a. einen Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram. Es ist also durchaus der Wunsch dazu da. Auf der anderen Seite dient diese Plattform als Bühne. Und welcher Künstler stellt sich unvorbereitet und ungeschminkt oder ohne Kostüm auf die Bühne? Ebenso wie diese Künstler wollen wir uns zeigen, etwas Eigenes darbringen, Fans gewinnen, Herzchen für unsere Beiträge, es schmeichelt unserem Ego, es ist der Applaus im Social Media.

Was also tun?

Wie finden wir unseren eigenen Weg, wenn wir den Anleitungen der anderen folgen? Was, wenn wir gar nicht so anders sein wollen, schon etwas, aber nicht zu sehr. Wie gehen wir den eigenen Weg, wenn wir nicht viele finden, die applaudieren, die uns bestätigen oder gar fördern? Dann vielleicht doch lieber das machen, was für andere schon erfolgreich war?

Du und ich, wir werden es für uns selbst herausfinden müssen oder dürfen. Ist ja auch eine Chance darin, mehr über sich selbst zu erfahren.

Instagram diente hier als Beispiel, weil mich die liebe Doris @aprilgefuehle dazu inspirierte. Das ist nämlich das Schöne daran, es kann wertvollen Austausch geben. Ein weiteres Beispiel, welches ich erlebt habe, ist der Businessplan. Ein Unternehmen in Gründung und das Bankgespräch. Ein Thema für sich und dennoch fast eins zu eins mit dem vorigen Text vergleichbar. Im Grunde könnte ich Instagram mit dem Wort Businessplan tauschen. UnternehmerInnen sollen mutig und innovativ sein, doch im Finanzierungsplan müssen Erfahrungswerte ähnlicher Gewerke aufgeführt werden. Wer hat das schon gemacht, wie viel Umsatz wird damit generiert, etc.

Wie immer also. Alle bitte gleich und doch feiern wir das Neue 🙂

Freiheit schenken

Loslassen bedeutet, sich selbst zu befreien.

Vor etwa eineinhalb Jahren schenkte ich mir so eine Freiheit. Losgelassen hab ich, vielleicht sogar abgestoßen – das war intensiv, weil ich lange krampfhaft festhielt, was nichts in und an mir noch haben wollte. Ein paar Stunden danach, als sich der Adrenalinschub wieder legte, machte ich einen Spaziergang und las in einem Schaufenster „Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“ – das ging durch und durch! So wahr wie seltsam. 

Heute, lange danach, fällt mir der Satz wieder ein, weil ich wieder etwas losgelassen habe, friedlicher diesmal. Doch nicht weniger intensiv. Ich habe mich befreit, losgelassen von vermeintlicher Sicherheit die mich nur festhielt. Doch wieder diese Tränen die nach Champagner schmecken.

Freiheit ist ein vielgeliebtes Ziel, doch kaum erreicht (zumindest etwas, denn ganz frei sein, da fehlt mir die Vorstellung, wie das sein könnte) macht sich die Selbstverantwortung breit. Lächelnd und mächtig. Wunderbar, doch auch ganz schön schwer.

„Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“

Verf. unbekannt

Und die Tränen? Erleichterung, Seelenschmerz, erstaunte Mut-Tränen, Angst ein bisschen und Freude. Der Champagner prickelt ja auch etwas bitter … und dennoch, hoch die Gläser, Korken knallen. Es ist wieder ein Schritt vollbracht.

Update am 09. November 2019

„Ich habe Angst loszulassen, was ist wenn ich falle?“

Ein viel gehörtes Feedback.

Doch liegt das nur am Wortspiel, weil wir loslassen für verschiedene Bereiche einsetzen. So können wir uns drücken und schützen und verstecken und weiter nicht loslassen.

Dabei, mal ehrlich gefragt, wo hältst du dich fest? Ist es ein Geländer vor einem Abgrund? Oder die Idee der perfekten Partnerschaft? Oder der Gedanke an Existenzangst bei einem Jobwechsel?

Wir machen uns alle so viel vor. Schade.

Denn einmal losgelassen, einmal gespürt wie es ist, sich selbst zu vertrauen, einmal den Mut gefasst, zur eigenen Herzentscheidung zu stehen – wow, das ist so groß!

Klar springt das Adrenalin Trampolin. Und? Zeit sich richtig lebendig zu fühlen!

Loslassen bedeutet nicht,

zu fallen,

sondern der eigenen Urteilsfähigkeit

zu vertrauen.

2. Kapitel | Reise

DIE REISE ZUM ICH

Kennst du das Gefühl
»Jetzt reicht es!«

Kennst du das Gefühl
»So nicht mehr!«

Kennst du das Gefühl
»Warum immer ich?«

Kennst du das Gefühl
»Es muss doch noch mehr geben!«

Kennst du diese Gefühle? Die Frage dahinter ist immer das »Wie?«. 
Wie kannst du etwas ändern, wie durchsetzen, wie weißt du, 
dass es klappt, wie bringst du das den anderen bei, wie soll es 
weitergehen? Dabei trägst du die Antwort bereits in dir und die 
eigentliche Frage ist in Wahrheit: »Traust du dich? Hast du den Mut 
und die Kraft, deinen eigenen Weg zu gehen, den Weg zu dir selbst?«

Dieser Weg ist nichts Plötzliches, sondern ein Prozess.
Schritt für Schritt darfst du dabei neue Erfahrungen
machen und dich über Erkenntnisse freuen. Diesen Weg
in Dankbarkeit zu gehen fühlt sich wundervoll an und du
bist stets eingeladen den nächsten Schritt zu machen, hin
zu dir selbst, weg von der Maske der Gesellschaftsregeln.
Dabei gilt es unter anderem von eingefahrenen
Verhaltensmustern Abschied zu nehmen. 
Muster, die dich immer nur so sein lassen, wie es für
andere passend scheint. Doch eine der Erfahrungen, die
du auf dem Weg machen wirst, ist, dass es schwieriger ist
beim alten Ich zu bleiben, als sich seinem wahren Selbst
zu nähern.

»Wer spricht hier? Wer bist du, der das alles zu mir sagt? Und wo bin ich eigentlich?«

»Ich bin ein Sternenflaum. Hallo liebe Fee, ich grüße dich. Du bist auf der ersten Station deiner Reise zu Nara.«

»Ein Sternenflaum? Das hab ich noch nie gehört. Kannst du dich mir zeigen? Wie siehst du aus? Und wieso sagst du, wie das Licht, ›Reise zu Nara‹, wenn du doch eben von der ›Reise zum Ich‹ sprachst – hängt das zusammen? Dasselbe ist es ja wohl kaum …«

»Ich möchte dir etwas zeigen mit dessen Hilfe du selbst auf die Antworten deiner Fragen kommen kannst. Du wirst auf deiner Reise noch so manchem Sternenflaum begegnen – besser gesagt, sogar ziemlich vielen. Manchmal erzählen wir dir etwas, ein anderes Mal werden wir zusammen plaudern – so wie jetzt, und oftmals wirst du glitzernde Schriftrollen finden, auf denen Worte stehen, die dir weiterhelfen möchten.«

»So wie diese hier, die ich schon die ganze Zeit anstarre, doch nicht wusste, was es sein soll?«

»Ja genau. Du kannst ihr Geheimnis entdecken, wenn du dein Herz öffnest und dem Licht in dir vertraust, dass es dir stets deinen Weg leuchten wird. Wenn du die Worte zu fühlen vermagst, werden sie sich dir zeigen und mehr als schöne Wörter sein.«

»Danke Sternenflaum, ich werds versuchen. Oh warte, du sagtest ›dem Licht in mir?‹ Was meinst du damit? Ich dachte erst, du meinst das Licht, das mich geweckt hat und mich auf diese Reise einlud, doch nun … Hallo? Wo bist du hin? Sternenflaum?«

»Nicht vergessen: Herz öffnen und vertrauen. Wir sind da, alle und immer.«

Fortsetzung: Kapitel 3 | Nachtlicht



NEU

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„Von Dankbarkeit begleitet, geht sich jeder Weg leichter.” Sternenflaum No. 2

1. Kapitel | Fee

Eines Nachts erwachte Anna und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, so als würde sie eine Fliege vertreiben wollen oder etwas, das sie kitzelt. Nochmal und nochmal, bis sie endlich müde und träge die Augen öffnete. Blinzelnd erblickte sie erstaunt einen Lichtstrahl, der ihr genau ins Gesicht schien. Verblüfft setzte sie sich auf und sah sich im Zimmer um. Unbewusst laut fragte sie:

»Wo kommst du her?«

Anna fasste mit der Hand nach dem Licht, doch es war ebenso, als wäre es ein Sonnenstrahl am hellen Tag. Zudem meinte sie, ganz leise eine Stimme zu hören, die nach ihr rief. Fee, Fee. Traurig wandte Anna sich ab, legte sich wieder hin und zog sich die Decke weit über den Kopf. Fee. Das kann nicht sein! Das sind Kindheitsträume. Fee! Was soll das?! Dafür bin ich zu alt! schimpfte sie mit sich selbst. Doch wieder hörte sie die Stimme: Fee. Fee.

Tränen krochen ihr in die Augen, die Kehle schnürte sich immer enger zu und dann war’s geschehen – die Bilder der Kindheit waren wieder da. Fliehen ist unmöglich, das wusste Anna, und so ließ sie die Tränen laufen, ließ zu, dass sie ihre Mutter vermisste, ließ das innere Schreien zu, Mama! Mama, wo bist du? Hilf mir! Lass mich nicht alleine, Mama! Schick mich nicht fort! 

Fee. Fee. Ich bin da. Bitte mein Kind, lass mich dir nah sein.

Schluchzend kuschelte sich Anna immer tiefer in die Kissen. Niemals hat ihre Mutter sie Fee genannt. Das war nur Annas Wunsch. In ihren Träumen und wenn sie Schulfreundinnen erzählte, dann war sie für ihre Mutter Fee.

Anna heißt mit zweiten Vornamen Feodora und sie liebt diesen Namen. Aus Feodora wurde Fee und aus Fee das geliebte Kind der immer fernen Mutter … 

›Mama, warum nennst du mich nicht Feodora?‹

›Feodora ist ein starker Name, Annie.‹

›Ich bin stark!‹

›Ja, wahrscheinlich bist du das.‹

Heute ist sich Anna dessen nicht mehr sicher. Feodora steht nur noch auf ihrem Pass und Fee lässt sie nächtens weinen.

Mit einem tiefen Seufzer, die Augen noch tränennass, lugte Anna unter ihrer Bettdecke hervor und stellte staunend fest, dass dieser Lichtstrahl immer noch da war. Wieder setzte sie sich auf und versuchte mit der Hand nach dem Licht zu greifen. Auch suchte sie nach der Lichtquelle und eventuellen Schatten, den ihre Hand ja verursachen müsste, doch da war nichts dergleichen – nur das Licht.

Nun doch leicht verängstigt, tappte Anna nach dem Schalter ihrer Nachttischlampe, doch just in dem Moment als sie ihn drücken wollte, hörte sie eine tiefe, sanfte, samtig weiche Stimme:

»Liebste Fee, mein Herz, hab keine Angst vor dem Licht. Was du siehst, ist ein Teil von dir, ein sehr schöner Teil von dir.«

»Wer bist du? Wieso nennst du mich Fee? Und wo bist du? Ich höre dich, aber …«

»Ich bin überall und du kennst mich gut. Viele Fragen hast du an mich gerichtet und mir ebenso viele Dankesworte gewidmet. In letzter Zeit warst du oft traurig und fühltest dich hilflos und alleine – deswegen nimmst du mich anders wahr als sonst. Um dir zu helfen, siehst du das Licht heller und klarer, ja?«

»Natürlich sehe ich es, doch ich verstehe immer noch nicht …«

Hab Geduld bitte.

»Sieh dir das Licht an, sieh genau hin, lass dich darauf ein, lass es in dein Herz leuchten und es so eine Brücke sein. Eine Brücke zu einer Welt, in die ich dich nun einlade. Kommst du mit auf eine Reise? Es wurde einiges für dich vorbereitet …«

»Eine Reise? Jetzt? Mitten in der Nacht? Nun ja, ich fühle schon, dass ich das will, aber warte … ich sollte mich doch eigentlich fürchten, oder mich zumindest fragen, ob ich verrückt geworden bin? Licht sehen, Stimmen hören … oder träum ich? Ja, das wird es sein, ich träume bloß. Also gut, dann ist es schön, ich komme mit!«

»Wunderbar. Ob träumend oder nicht, öffne dein Herz, lächle ins Licht und wir werden in eine Welt fliegen, die dir gleichzeitig fremd und vertraut vorkommen wird. Wir reisen zu Nara, dem natürlichsten Raum.«

»Natürlichster Raum? Das klingt gut, da fühl ich mich jetzt schon wohl. Also auf gehts, ich bin neugierig auf Nara!«

Und in Gedanken fügte Anna hinzu ›Mach schnell, bevor ich darüber nachdenken kann, ob ich wirklich träume …‹

Fortsetzung: Kapitel 2 | Reise



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„Lass dein Licht leuchten und es eine Brücke sein – zu dir selbst.” Sternenflaum No. 1