Schlagwort: Herausforderungen

Den eigenen Weg finden

»Wir finden unseren eigenen Weg nicht, wenn wir in die Fußstapfen vor uns treten.«

Von wem ist dieser Spruch? Ich weiß es nicht, er begleitet mich jedenfalls schon sehr lange. Kürzlich wurde ich wieder einmal daran erinnert.

Vieles im Leben scheint so klar, anderes wiederum verworren, wie ein großes Rätsel. Der Ruf nach einer Anleitung wird laut. Eine Gebrauchsanweisung für das Leben. Wer hat noch nicht nach einer gefragt?

Das Paradox dabei ist jedoch, dass sie, sollte es eine solche Anleitung geben, unserem tiefstem Wunsch nach Selbstverwirklichung und eben den Drang, den eigenen Weg zu gehen, widerspricht. 

Es ist ein Geschäftsmodell geworden, solche Anleitungen anzubieten. Vielerorts und sehr kreativ wird man gelockt und umworben. Im privaten wie im geschäftlichen Umfeld. Auf Instagram zum Beispiel häufen sich diese Angebote. Sie tarnen sich. Es heißt, es sind Anleitungen für das Programm. Für mehr Reichweite, mehr Follower, mehr Likes – ergo auch mehr Beliebtheit, mehr Erfolg und auch mehr Geld. Sie spielen mit unseren Bedürfnissen, ja, sie spielen sogar mit dem Paradox – und, sie lassen sich gut dafür bezahlen. Was wiederum für deren Erfolg spricht und einen toxischen Kreislauf bedient.

Was meine ich damit?

In diesen Anleitungen lernen wir (ich nehme Instagram nur als Beispiel), was wir schreiben, sprich posten müssen, wie oft und mit welchem Inhalt. Wie viele Storys, wann und wo. Ausgeklügelte Systeme sind das, die für viele tatsächlich funktionieren (die, die das wollen), für andere bedeuten sie puren Stress. 

Wer seinen eigenen Weg finden will, für den ist es stressig, den vorgegebenen Fußstapfen zu folgen.

Nochmal zum Paradox:

Wer ist wirklich erfolgreich? Überlegt mal. Mir fallen in erster Linie Menschen ein, die etwas anderes machen als die Masse. Die innovativ und mutig sind. Erfinder, Visionäre, Künstler, Verrückte. Verrückt im Sinne von ver-rückt. Also aus der Rolle gefallen, vom Weg abgerückt.

Ein Beispiel der Eurovision-Song-Contest. Regelmäßig gewinnt dort das Neue, das was sich vom Vorjahr unterscheidet. Leiser, lauter, sanfter, irrer. Egal, Hauptsache anders. Dennoch gibt es jedes Mal eine Vielzahl von Darbietungen, die dem des Siegersongs des Vorjahres ähneln. Sei es die Performance oder das Lied selbst. Nachahmungen. Ich frage mich, warum?

Nehmen wir noch einmal das Beispiel Instagram. Es gibt da u. a. einen Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram. Es ist also durchaus der Wunsch dazu da. Auf der anderen Seite dient diese Plattform als Bühne. Und welcher Künstler stellt sich unvorbereitet und ungeschminkt oder ohne Kostüm auf die Bühne? Ebenso wie diese Künstler wollen wir uns zeigen, etwas Eigenes darbringen, Fans gewinnen, Herzchen für unsere Beiträge, es schmeichelt unserem Ego, es ist der Applaus im Social Media.

Was also tun?

Wie finden wir unseren eigenen Weg, wenn wir den Anleitungen der anderen folgen? Was, wenn wir gar nicht so anders sein wollen, schon etwas, aber nicht zu sehr. Wie gehen wir den eigenen Weg, wenn wir nicht viele finden, die applaudieren, die uns bestätigen oder gar fördern? Dann vielleicht doch lieber das machen, was für andere schon erfolgreich war?

Du und ich, wir werden es für uns selbst herausfinden müssen oder dürfen. Ist ja auch eine Chance darin, mehr über sich selbst zu erfahren.

Instagram diente hier als Beispiel, weil mich die liebe Doris @aprilgefuehle dazu inspirierte. Das ist nämlich das Schöne daran, es kann wertvollen Austausch geben. Ein weiteres Beispiel, welches ich erlebt habe, ist der Businessplan. Ein Unternehmen in Gründung und das Bankgespräch. Ein Thema für sich und dennoch fast eins zu eins mit dem vorigen Text vergleichbar. Im Grunde könnte ich Instagram mit dem Wort Businessplan tauschen. UnternehmerInnen sollen mutig und innovativ sein, doch im Finanzierungsplan müssen Erfahrungswerte ähnlicher Gewerke aufgeführt werden. Wer hat das schon gemacht, wie viel Umsatz wird damit generiert, etc.

Wie immer also. Alle bitte gleich und doch feiern wir das Neue 🙂

Mehr denn je – für ein positives Mindset

Ein positives Mindset zu haben oder zu entwickeln, davon lese und höre ich zurzeit an vielen Orten. Es ist nicht neu, doch die Definition klarer und die Wichtigkeit höher.

Wir sind gefordert in diesen Wochen und wahrscheinlich auch Monaten – in vielerlei Hinsicht, doch vor allem ganzheitlich. Es geht um unsere Gesundheit, nicht nur der körperlichen, sondern auch der geistigen und seelischen.

Mit den »feelingwords« und auch der »Sternenflaum Geschichte« geht es mir darum, den Menschen (wieder) mehr Gefühl ins Leben zu bringen. Dass wir alle fühlen, wie wichtig es ist, nicht alleine der Vernunft zu vertrauen, die aus dem rationalen Denken kommt.

Heute hörte ich die Pressekonferenz der österreichischen Bundesregierung zur aktuellen Lage bezüglich des Coronavirus. Unter anderem war vom »gesunden Hausverstand« die Rede. Genau dieser ist es, dem wir uns bedienen sollten. Denn der wohnt nicht allein in unserem Kopf, sondern auch in unseren Herzen.

Wahre Vernunft schließt das Fühlen ein

Wir hören und lesen von Panik und Ängsten. Was können wir tun? Nun, abgesehen von den Maßnahmenpaketen der Regierungen und den Gesundheitsvorkehrungen bezüglich Hygiene, können wir – und das meine ich wirklich – wir KÖNNEN an unserem Mindset arbeiten.

Unsere Einstellung zu uns und den Themen der Welt ist etwas, worüber wir tatsächlich Kontrolle haben. Wir können entscheiden, was wir denken, wie wir die Lage beurteilen, wie wir handeln wollen.

Im besagten Video der Bundesregierung gab es im Anschluss eine Fragerunde der Presse. “Wie sollen Menschen denn nun mit Hochzeiten verfahren? Diese sind schnell mal größer als 50 Personen.” – war eine dieser Fragen. Es geht dabei um Verantwortung. Wie wichtig ist mir MEINS im Sinne ALLER?

Natürlich wird keine Braut gerne ihre Hochzeit verschieben. Doch bitte, im Sinne der positiven Geisteshaltung: Gerade da sind doch auch viele ältere Menschen zu Gast. Wie es vom österreichischen Bundeskanzler gesagt wurde: die jungen Leute haben eine Verantwortung gegenüber den Älteren.

Es mag zynisch klingen, angesichts dessen den Brautleuten Meditation und Affirmationen zu empfehlen – ja, allein beim Schreiben ist das schon eine Herausforderung. Doch stecken wir ALLE derzeit in einer solchen.

Wir sind gefordert. Aufgefordert.

Was lösen wir mit Ängsten, mit Ausgrenzung, mit Anklagen? Wird davon je jemand gesund?

Arbeiten wir an uns selbst. Arbeiten wir an unserer Grundeinstellung zum Leben und zu den Menschen. Wir sollen einander nicht mehr die Hände schütteln und auch Umarmungen bitte nur noch in den eigenen vier Wänden, wenn überhaupt. Oh, wie bitter das klingt! Isolieren wir uns voneinander? Äußerlich ja. Wenn wir wollen, dass die Verbreitung des Virus aufhört, ja. Will ich meine Oma umarmen? Ja. Will ich sie in Gefahr bringen? Nein.

Wir Menschen haben zu unserer körperlichen Nähe und Verbindung auch noch eine andere. Sie ist etwas verkümmert, doch nicht verloren. Wir haben unsere Gefühle, Empathie und Sinne.

• Ein Baby kann seine Mutter alleine am Herzschlag erkennen.

• Deine Intuition warnt dich, du kennst das.

• Man greift zum Telefon und hört, gerade wollte ich dich auch anrufen.

Dem chinesischen Schriftzeichen zufolge bedeuten Krise und Chance dasselbe. Ja wirklich, in China wird für beide Begriffe das gleiche Schriftzeichen benutzt. Denken wir da mal darüber nach! Gerade in China sind die Menschen gefordert, ihre eigene Lebensphilosophie wieder anzuwenden. Vieles hat sich, wie bei uns auch, modernerem Denken hingewandt.

Kommen wir zu unseren Instinkten zurück. Besinnen wir uns wieder auf unsere innere Welt. Wir müssen, um zu meditieren, uns nicht in Menschenansammlungen treffen. Wir können das von zu Hause aus. Wir sind verbunden – und damit meine ich nicht das Internet.

Natürlich auch! Wie gut haben wir es, dass wir via Skype und ähnliches kommunizieren können, wir können uns sehen, und austauschen, über die ganze Welt hinweg. Es ist kein Ersatz für körperliche Nähe, doch wie oft haben wir sie denn schon? Merken wir das Fehlen nicht gerade jetzt erst?

Was wir auch noch brauchen ist

M I T G E F Ü H L

Viele sind direkt und noch mehr indirekt betroffen. MitarbeiterInnen in den Theatern, den Hotels, den Krankenhäusern und so weiter. Wir dürfen FÜHLEN, mitfühlen und mit positiven Gedanken allen beistehen.

Das Theater schließt, die Vorstellungen sind abgesagt. Betrifft dich nicht, da du erst für den Herbst Karten hast? Falsch! Es betrifft dich, denn du bist ein Mensch. Es betrifft die Spezies Mensch. Fühle in dich hinein und schicke in Gedanken Positives zu den Menschen, die jetzt um ihren Job bangen, die Verantwortung haben in den Häusern und Spielstätten. Viele sollen – wenn möglich – von zu Hause aus arbeiten. Doch erkläre das einem Sänger oder einer Schauspielerin. Es betrifft uns alle, denn ja, wir haben doch alle schon gute Musik und gute Darstellung genossen, nicht wahr?

Arbeiten wir an unserem Mindset

Ich wiederhole mich? Das macht nichts. Es wurde noch nicht oft genug gesagt.

Ich werde mir selbst auch die Zeit nehmen und die Sternenflaum Geschichte noch einmal lesen. Denn sie beschäftigt sich mit der Reise zu einem Selbst, dem Blick ins Innere und den Gefühlen …

zu nah – gefühlt

Du kommst mir gerade
Zu nah
Nicht körperlich
Gefühlt


Deine Wut
Dein Stress
Deine Ungeduld
Wie ein verletztes Tier


Oh
Das triggert dich
Dabei habe ich es nur
Gedacht


Mein erster Impuls war
Weglaufen
Doch ich habe gelernt
Besser damit umzugehen


Ich atme
Konzentriere mich
Auf den Atem und
Umarme dich in Gedanken


So liebevoll 
Und freundschaftlich
Wie es mir 
Gerade möglich ist


Ich atme weiter
Tief in mein Herz und
Stelle mir vor
Wie es sich lädt


Mit Verständnis
Zeit
Wärme 
Und Liebe


All das fließt 
Zu dir
Ich spüre
Visualisiere es


Die Umarmung
Die innere Ruhe
Mein 
Für dich da sein


Ich atme 
Immer ruhiger
Bewusster
Feiner


Ich kenne dich nicht
Sehe nicht
Wer du bist
Wie du aussiehst


Ich fühle 
Dich
Und 
Was du aussendest


Uns trennt
Ein Einkaufswagen
Wir stehen hintereinander
An der Kasse


Schon allein wie du 
Die Waren auf's Band warfst
Lies mich 
Zusammenzucken


Ich drehte mich nicht um
Widerstand dem Impuls
Noch eine Runde zu machen
Im Laden


Irgendwas zu suchen
Nur
Damit ich dich
Nicht wahrnehmen muss


Doch
Ja
Dem Leben sei Dank
Und den Erfahrungen


Es geht
Ging
Auch anders
Liebevoller


Beim Zahlen hätte ich
Aufblicken können
Dein Gesicht sehen
Doch ich ließ es sein


Es spielt keine Rolle
Ich fühle deine Ruhe
Deine neue Ruhe
Und wie sie dich wundert


Ganz gleich woher sie kommt
Du hast sie angenommen
Die guten Gefühle
Die dir gesendet wurden


Die innere Aufmerksamkeit
Nur für dich
Alles Gute wünsch ich dir
Liebe Unbekannte



©2020 Judith Eherer - feelingwords

Vieles in meinem Leben verarbeite ich schreibend. So wie diese Begegnung vor ein paar Wochen. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Situation auf – für mich neue – Art und Weise gelöst habe.

Dieses intensive Fühlen, diese feine Wahrnehmung, sie kommt immer mehr zu mir zurück. Vor etwa 10 Jahren war sie sehr intensiv, so sehr, dass ich mich damit unwohl fühlte. Dann gab es einen Bruch, vieles änderte sich in meinem Leben und erst seit gut einem Jahr fühle ich wieder und klarer. Heute kann ich besser damit umgehen, es macht mir keine Angst mehr und es ist auch nichts was ich verbergen oder verleugnen muss.

Im Grunde brauche ich es nicht einmal thematisieren, doch in Gesprächen kam heraus, dass dies auch anderen dient bzw. nützlich ist, um mit eigenen, ähnlichen Empfindungen umzugehen.

Wir sind fühlende Wesen

Wer sich da sieht oder angesprochen fühlt, liebe Seele, sei dir gewiss, dein Fühlen ist wesentlich. Es ist weder eine Gabe noch eine Bürde. In dir schlägt ein Herz und ein ganzes Universum an Wundern brachte dich ins Leben. Erlaube dir den Prozess, erlaube dir, damit umzugehen. Fühle. Ja, fühle.


Wenn du dich darüber austauschen willst, folge mir gerne auf Instagram und schreib mir eine Nachricht.

Freiheit schenken

Loslassen bedeutet, sich selbst zu befreien.

Vor etwa eineinhalb Jahren schenkte ich mir so eine Freiheit. Losgelassen hab ich, vielleicht sogar abgestoßen – das war intensiv, weil ich lange krampfhaft festhielt, was nichts in und an mir noch haben wollte. Ein paar Stunden danach, als sich der Adrenalinschub wieder legte, machte ich einen Spaziergang und las in einem Schaufenster „Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“ – das ging durch und durch! So wahr wie seltsam. 

Heute, lange danach, fällt mir der Satz wieder ein, weil ich wieder etwas losgelassen habe, friedlicher diesmal. Doch nicht weniger intensiv. Ich habe mich befreit, losgelassen von vermeintlicher Sicherheit die mich nur festhielt. Doch wieder diese Tränen die nach Champagner schmecken.

Freiheit ist ein vielgeliebtes Ziel, doch kaum erreicht (zumindest etwas, denn ganz frei sein, da fehlt mir die Vorstellung, wie das sein könnte) macht sich die Selbstverantwortung breit. Lächelnd und mächtig. Wunderbar, doch auch ganz schön schwer.

„Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“

Verf. unbekannt

Und die Tränen? Erleichterung, Seelenschmerz, erstaunte Mut-Tränen, Angst ein bisschen und Freude. Der Champagner prickelt ja auch etwas bitter … und dennoch, hoch die Gläser, Korken knallen. Es ist wieder ein Schritt vollbracht.

Update am 09. November 2019

„Ich habe Angst loszulassen, was ist wenn ich falle?“

Ein viel gehörtes Feedback.

Doch liegt das nur am Wortspiel, weil wir loslassen für verschiedene Bereiche einsetzen. So können wir uns drücken und schützen und verstecken und weiter nicht loslassen.

Dabei, mal ehrlich gefragt, wo hältst du dich fest? Ist es ein Geländer vor einem Abgrund? Oder die Idee der perfekten Partnerschaft? Oder der Gedanke an Existenzangst bei einem Jobwechsel?

Wir machen uns alle so viel vor. Schade.

Denn einmal losgelassen, einmal gespürt wie es ist, sich selbst zu vertrauen, einmal den Mut gefasst, zur eigenen Herzentscheidung zu stehen – wow, das ist so groß!

Klar springt das Adrenalin Trampolin. Und? Zeit sich richtig lebendig zu fühlen!

Loslassen bedeutet nicht,

zu fallen,

sondern der eigenen Urteilsfähigkeit

zu vertrauen.

Lebensfacetten

Eine Erinnerung

Das Leben zeigt sich uns in den verschiedensten Facetten. Einmal nur spazieren gehen, einmal nur mit offenen Augen durch den Park schlendern, einmal nur mit offenen Ohren den Menschen zuhören, einmal nur Gefühle zulassen, auch für vermeintlich Fremde. Facetten des Lebens eröffnen sich einem. Schöne wie Schmerzliche, unfassbar fast.

Wieder zuhause, im warmen Wohnzimmer, lässt man den Tag Revue passieren. Ein seltsames Gefühl stellt sich ein. Seltsam deswegen, weil man plötzlich dankbar ist, für das was man hat. Seltsam auch, weil man sich glücklicher fühlt, als noch am Morgen, und das, obwohl man nicht nur schönes gehört und gesehen hat. Oder vielleicht genau deswegen?
Auch das Denken und Fühlen erleben wir in tausend Facetten. Das Genießen ebenso wie auch das schlechte Gewissen. Sind Schuldgefühle angebracht, wenn man das Schicksal von anderen erfährt? Weil man selber oft jammert, obwohl es einem nie so „schlecht“ gegangen ist, wie so manch anderen?

Zeitlose Herzgedanken

Bevor sich in dir, der du diese Zeilen gerade liest, jetzt genau dieses schlechte Gewissen breitmacht, möchte ich dir sagen: „Nein.“ Wir brauchen uns wegen des Schicksals anderer nicht schlecht fühlen. Ich habe heute die Bestätigung dieses „Neins“ erlebt. Eben bei einem Spaziergang lernte ich Patrick kennen (den Namen habe ich aus Respekt vor seiner Privatsphäre abgeändert). Ihn hat das Leben arg gebeutelt, er war mehr als am Boden zerstört. Meine Probleme kamen mir da sofort winzig vor und ein Schamgefühl stellte sich ein. Jedoch, ihm ein menschliches Ohr zu leihen, ihm das Gefühl zu geben, dass es in dieser Welt noch Hoffnung gibt, dies konnte ich nur, weil ich dieses schlechte Gewissen durch Dankbarkeit ersetzte. Er merkte dies und er gab mir das Gefühl, dass genau diese ehrliche Menschlichkeit ihm jetzt eine Hilfe ist. Ich kann sein Leben nicht verändern, ich kann sein Schicksal nicht beeinflussen, aber ich helfe ihm keineswegs mit einem schlechten Gewissen. Und dann, nach ein paar Minuten reden, konnte er aufhören mit weinen, und einmal, ganz kurz, zeigte sich ein Lächeln in seinem Gesicht.
Lebensfacetten. Seine und meine. Authentisch und ehrlich.

Ich habe meine Schwierigkeiten mit dem Leben nicht verborgen, aber ich habe sie auch nicht wie ein Schild vor mir hergetragen. Ich habe ihm mit positiver Kraft und einem Lächeln gezeigt, dass die Sonne immer scheint, auch wenn sie gerade mal hinter einer Wolke versteckt ist. Seine Wolke mag größer sein wie meine. Und es mag wohl länger dauern, bis er wieder Licht sieht. Aber hätte ich mitgejammert oder mich hinter einem schlechten Gewissen versteckt, er hätte mir das mit der Sonne nie geglaubt.

„Dieses Erlebnis hat sich vor einigen Jahren 
in der Schweiz zugetragen. Es tut mir gut,
mich daran zu erinnern. Ich fühle es noch,
sehe den Park, die Trauer und das Lächeln …“

2. Kapitel | Reise

DIE REISE ZUM ICH

Kennst du das Gefühl
»Jetzt reicht es!«

Kennst du das Gefühl
»So nicht mehr!«

Kennst du das Gefühl
»Warum immer ich?«

Kennst du das Gefühl
»Es muss doch noch mehr geben!«

Kennst du diese Gefühle? Die Frage dahinter ist immer das »Wie?«. 
Wie kannst du etwas ändern, wie durchsetzen, wie weißt du, 
dass es klappt, wie bringst du das den anderen bei, wie soll es 
weitergehen? Dabei trägst du die Antwort bereits in dir und die 
eigentliche Frage ist in Wahrheit: »Traust du dich? Hast du den Mut 
und die Kraft, deinen eigenen Weg zu gehen, den Weg zu dir selbst?«

Dieser Weg ist nichts Plötzliches, sondern ein Prozess.
Schritt für Schritt darfst du dabei neue Erfahrungen
machen und dich über Erkenntnisse freuen. Diesen Weg
in Dankbarkeit zu gehen fühlt sich wundervoll an und du
bist stets eingeladen den nächsten Schritt zu machen, hin
zu dir selbst, weg von der Maske der Gesellschaftsregeln.
Dabei gilt es unter anderem von eingefahrenen
Verhaltensmustern Abschied zu nehmen. 
Muster, die dich immer nur so sein lassen, wie es für
andere passend scheint. Doch eine der Erfahrungen, die
du auf dem Weg machen wirst, ist, dass es schwieriger ist
beim alten Ich zu bleiben, als sich seinem wahren Selbst
zu nähern.

»Wer spricht hier? Wer bist du, der das alles zu mir sagt? Und wo bin ich eigentlich?«

»Ich bin ein Sternenflaum. Hallo liebe Fee, ich grüße dich. Du bist auf der ersten Station deiner Reise zu Nara.«

»Ein Sternenflaum? Das hab ich noch nie gehört. Kannst du dich mir zeigen? Wie siehst du aus? Und wieso sagst du, wie das Licht, ›Reise zu Nara‹, wenn du doch eben von der ›Reise zum Ich‹ sprachst – hängt das zusammen? Dasselbe ist es ja wohl kaum …«

»Ich möchte dir etwas zeigen mit dessen Hilfe du selbst auf die Antworten deiner Fragen kommen kannst. Du wirst auf deiner Reise noch so manchem Sternenflaum begegnen – besser gesagt, sogar ziemlich vielen. Manchmal erzählen wir dir etwas, ein anderes Mal werden wir zusammen plaudern – so wie jetzt, und oftmals wirst du glitzernde Schriftrollen finden, auf denen Worte stehen, die dir weiterhelfen möchten.«

»So wie diese hier, die ich schon die ganze Zeit anstarre, doch nicht wusste, was es sein soll?«

»Ja genau. Du kannst ihr Geheimnis entdecken, wenn du dein Herz öffnest und dem Licht in dir vertraust, dass es dir stets deinen Weg leuchten wird. Wenn du die Worte zu fühlen vermagst, werden sie sich dir zeigen und mehr als schöne Wörter sein.«

»Danke Sternenflaum, ich werds versuchen. Oh warte, du sagtest ›dem Licht in mir?‹ Was meinst du damit? Ich dachte erst, du meinst das Licht, das mich geweckt hat und mich auf diese Reise einlud, doch nun … Hallo? Wo bist du hin? Sternenflaum?«

»Nicht vergessen: Herz öffnen und vertrauen. Wir sind da, alle und immer.«

Fortsetzung: Kapitel 3 | Nachtlicht



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„Von Dankbarkeit begleitet, geht sich jeder Weg leichter.” Sternenflaum No. 2

1. Kapitel | Fee

Eines Nachts erwachte Anna und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, so als würde sie eine Fliege vertreiben wollen oder etwas, das sie kitzelt. Nochmal und nochmal, bis sie endlich müde und träge die Augen öffnete. Blinzelnd erblickte sie erstaunt einen Lichtstrahl, der ihr genau ins Gesicht schien. Verblüfft setzte sie sich auf und sah sich im Zimmer um. Unbewusst laut fragte sie:

»Wo kommst du her?«

Anna fasste mit der Hand nach dem Licht, doch es war ebenso, als wäre es ein Sonnenstrahl am hellen Tag. Zudem meinte sie, ganz leise eine Stimme zu hören, die nach ihr rief. Fee, Fee. Traurig wandte Anna sich ab, legte sich wieder hin und zog sich die Decke weit über den Kopf. Fee. Das kann nicht sein! Das sind Kindheitsträume. Fee! Was soll das?! Dafür bin ich zu alt! schimpfte sie mit sich selbst. Doch wieder hörte sie die Stimme: Fee. Fee.

Tränen krochen ihr in die Augen, die Kehle schnürte sich immer enger zu und dann war’s geschehen – die Bilder der Kindheit waren wieder da. Fliehen ist unmöglich, das wusste Anna, und so ließ sie die Tränen laufen, ließ zu, dass sie ihre Mutter vermisste, ließ das innere Schreien zu, Mama! Mama, wo bist du? Hilf mir! Lass mich nicht alleine, Mama! Schick mich nicht fort! 

Fee. Fee. Ich bin da. Bitte mein Kind, lass mich dir nah sein.

Schluchzend kuschelte sich Anna immer tiefer in die Kissen. Niemals hat ihre Mutter sie Fee genannt. Das war nur Annas Wunsch. In ihren Träumen und wenn sie Schulfreundinnen erzählte, dann war sie für ihre Mutter Fee.

Anna heißt mit zweiten Vornamen Feodora und sie liebt diesen Namen. Aus Feodora wurde Fee und aus Fee das geliebte Kind der immer fernen Mutter … 

›Mama, warum nennst du mich nicht Feodora?‹

›Feodora ist ein starker Name, Annie.‹

›Ich bin stark!‹

›Ja, wahrscheinlich bist du das.‹

Heute ist sich Anna dessen nicht mehr sicher. Feodora steht nur noch auf ihrem Pass und Fee lässt sie nächtens weinen.

Mit einem tiefen Seufzer, die Augen noch tränennass, lugte Anna unter ihrer Bettdecke hervor und stellte staunend fest, dass dieser Lichtstrahl immer noch da war. Wieder setzte sie sich auf und versuchte mit der Hand nach dem Licht zu greifen. Auch suchte sie nach der Lichtquelle und eventuellen Schatten, den ihre Hand ja verursachen müsste, doch da war nichts dergleichen – nur das Licht.

Nun doch leicht verängstigt, tappte Anna nach dem Schalter ihrer Nachttischlampe, doch just in dem Moment als sie ihn drücken wollte, hörte sie eine tiefe, sanfte, samtig weiche Stimme:

»Liebste Fee, mein Herz, hab keine Angst vor dem Licht. Was du siehst, ist ein Teil von dir, ein sehr schöner Teil von dir.«

»Wer bist du? Wieso nennst du mich Fee? Und wo bist du? Ich höre dich, aber …«

»Ich bin überall und du kennst mich gut. Viele Fragen hast du an mich gerichtet und mir ebenso viele Dankesworte gewidmet. In letzter Zeit warst du oft traurig und fühltest dich hilflos und alleine – deswegen nimmst du mich anders wahr als sonst. Um dir zu helfen, siehst du das Licht heller und klarer, ja?«

»Natürlich sehe ich es, doch ich verstehe immer noch nicht …«

Hab Geduld bitte.

»Sieh dir das Licht an, sieh genau hin, lass dich darauf ein, lass es in dein Herz leuchten und es so eine Brücke sein. Eine Brücke zu einer Welt, in die ich dich nun einlade. Kommst du mit auf eine Reise? Es wurde einiges für dich vorbereitet …«

»Eine Reise? Jetzt? Mitten in der Nacht? Nun ja, ich fühle schon, dass ich das will, aber warte … ich sollte mich doch eigentlich fürchten, oder mich zumindest fragen, ob ich verrückt geworden bin? Licht sehen, Stimmen hören … oder träum ich? Ja, das wird es sein, ich träume bloß. Also gut, dann ist es schön, ich komme mit!«

»Wunderbar. Ob träumend oder nicht, öffne dein Herz, lächle ins Licht und wir werden in eine Welt fliegen, die dir gleichzeitig fremd und vertraut vorkommen wird. Wir reisen zu Nara, dem natürlichsten Raum.«

»Natürlichster Raum? Das klingt gut, da fühl ich mich jetzt schon wohl. Also auf gehts, ich bin neugierig auf Nara!«

Und in Gedanken fügte Anna hinzu ›Mach schnell, bevor ich darüber nachdenken kann, ob ich wirklich träume …‹

Fortsetzung: Kapitel 2 | Reise



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„Lass dein Licht leuchten und es eine Brücke sein – zu dir selbst.” Sternenflaum No. 1