Schlagwort: Erkenntnisse

Suche nach Liebe

Von Freundschaft, Selbstfürsorge und Instagram

Heute las ich auf Instagram einen Post einer lieben Freundin. »Schatz, du wirst geliebt!«, war mein erster Impuls, ihr zu antworten. Doch ich tat es nicht. Es kam mir zu persönlich vor. 

Außerdem, was löst dieser Satz wohl aus? Ich bin nicht ihn ihrer Nähe, kann sie nicht in die Arme nehmen, nicht mit ihr sprechen.

Sie will gefallen, schreibt sie. Gefallen. Fallen. Gefallene. Menschen, die im Krieg gestorben sind, Soldaten, nennen wir so. Will sie eine Heldin sein? Wichtiger noch als zu leben?

Sie ist eine junge Mutter. Eine Löwin, die alles für ihr Baby tun würde. Ich wünschte, sie täte all das auch für sich. »Schatz, steh auf, wenn du gefallen bist!« Du Wunder, du liebevolles Wesen.

Manchmal, oder auch öfter, zeigen wir Mängel und Fehler von uns. Wir präsentieren sie geradezu und schreiben oder sagen, dass wir uns nichts aus Perfektion machen. Ich glaube, dass wir uns da selbst belügen. Wir zeigen das nur, damit wir TROTZDEM Zuspruch bekommen, damit wir eine Bestätigung erhalten, trotz des Fehlers geliebt zu werden. Wir tun uns sogar leichter damit, als uns schön zu zeigen. Selbst wenn es uns mal gelingt, weisen wir Komplimente dazu gerne zurück. Wir wollen nicht eitel oder selbstverliebt scheinen. Wir geben uns gleichmütig und verwechseln das mit Anmut. 

»Wenn wer meine Fehler liebt, meint er/sie das ehrlich.« Was für eine riesengroße Selbstlüge! Wir wollen doch nur, dass die Fehler dadurch reingewaschen werden! »Vergib mir meine Sünden, liebe mich trotzdem …« Ja, das funktioniert schon seit Jahrhunderten nicht. Wir bitten permanent um Vergebung, betteln um Liebe und glauben doch nicht daran. Wir hoffen.

Schatz! Kümmere dich bitte gut um dich selbst.

Du singst, wenn du den Brei für dein Baby zubereitest. Sing bitte auch für dich, wenn du dein Essen kochst.

Du wäschst und cremst dein Baby liebevoll. Achte darauf, bei der nächsten Dusche, sei zärtlich mit dir. Duftende Seife, verwöhnende Öle. Du kannst das.

Die Kleidung deines Babys verzückt dich und es macht dir sogar Freude, sie zu waschen und zu bügeln. Mach das bitte auch mit deinen Sachen. Zieh an was dir gefällt, freue dich über die schönen Stoffe anstatt über das Bügeln zu klagen.

Du gehst mit deinem Baby spazieren, es braucht die frische Luft, sagst du. Ja, mein Herz, und du auch! Du bist nicht nur die, die den Kinderwagen schiebt. Atme, staune, genieße die Natur. Du bewegst dich, bist draußen. Auch für dich! Bitte, für dich!

Dein Baby lächelt dich an. Du lächelst zurück. Das ist Liebe. Nicht mehr und nicht weniger.

Du wirst geliebt – genau so, wie du bist.

Wenn du nun noch aufhören magst, alle Liebe zurückzuweisen, bitte.

Du tust das, weil du sie nicht glaubst, sie an anderer Stelle suchst, eine andere Vorstellung von ihr hast, sie vermisst. Ich verstehe das. Doch Schatz, öffne dein Herz, finde deinen Frieden darin und du wirst vergeben können, auch dir selbst.

Ich wünsche es dir. Ja, ich wüsche dir, dass du bald die Sonne in dir siehst, die schon so viele andere wärmt und erfreut.

Und dir liebe Leserin, liebe Leser, wünsche ich, dass du dich berühren ließest und inspiriert zu mehr Achtsamkeit mit dir selbst.

Den eigenen Weg finden

»Wir finden unseren eigenen Weg nicht, wenn wir in die Fußstapfen vor uns treten.«

Von wem ist dieser Spruch? Ich weiß es nicht, er begleitet mich jedenfalls schon sehr lange. Kürzlich wurde ich wieder einmal daran erinnert.

Vieles im Leben scheint so klar, anderes wiederum verworren, wie ein großes Rätsel. Der Ruf nach einer Anleitung wird laut. Eine Gebrauchsanweisung für das Leben. Wer hat noch nicht nach einer gefragt?

Das Paradox dabei ist jedoch, dass sie, sollte es eine solche Anleitung geben, unserem tiefstem Wunsch nach Selbstverwirklichung und eben den Drang, den eigenen Weg zu gehen, widerspricht. 

Es ist ein Geschäftsmodell geworden, solche Anleitungen anzubieten. Vielerorts und sehr kreativ wird man gelockt und umworben. Im privaten wie im geschäftlichen Umfeld. Auf Instagram zum Beispiel häufen sich diese Angebote. Sie tarnen sich. Es heißt, es sind Anleitungen für das Programm. Für mehr Reichweite, mehr Follower, mehr Likes – ergo auch mehr Beliebtheit, mehr Erfolg und auch mehr Geld. Sie spielen mit unseren Bedürfnissen, ja, sie spielen sogar mit dem Paradox – und, sie lassen sich gut dafür bezahlen. Was wiederum für deren Erfolg spricht und einen toxischen Kreislauf bedient.

Was meine ich damit?

In diesen Anleitungen lernen wir (ich nehme Instagram nur als Beispiel), was wir schreiben, sprich posten müssen, wie oft und mit welchem Inhalt. Wie viele Storys, wann und wo. Ausgeklügelte Systeme sind das, die für viele tatsächlich funktionieren (die, die das wollen), für andere bedeuten sie puren Stress. 

Wer seinen eigenen Weg finden will, für den ist es stressig, den vorgegebenen Fußstapfen zu folgen.

Nochmal zum Paradox:

Wer ist wirklich erfolgreich? Überlegt mal. Mir fallen in erster Linie Menschen ein, die etwas anderes machen als die Masse. Die innovativ und mutig sind. Erfinder, Visionäre, Künstler, Verrückte. Verrückt im Sinne von ver-rückt. Also aus der Rolle gefallen, vom Weg abgerückt.

Ein Beispiel der Eurovision-Song-Contest. Regelmäßig gewinnt dort das Neue, das was sich vom Vorjahr unterscheidet. Leiser, lauter, sanfter, irrer. Egal, Hauptsache anders. Dennoch gibt es jedes Mal eine Vielzahl von Darbietungen, die dem des Siegersongs des Vorjahres ähneln. Sei es die Performance oder das Lied selbst. Nachahmungen. Ich frage mich, warum?

Nehmen wir noch einmal das Beispiel Instagram. Es gibt da u. a. einen Hashtag #fürmehrrealitätaufinstagram. Es ist also durchaus der Wunsch dazu da. Auf der anderen Seite dient diese Plattform als Bühne. Und welcher Künstler stellt sich unvorbereitet und ungeschminkt oder ohne Kostüm auf die Bühne? Ebenso wie diese Künstler wollen wir uns zeigen, etwas Eigenes darbringen, Fans gewinnen, Herzchen für unsere Beiträge, es schmeichelt unserem Ego, es ist der Applaus im Social Media.

Was also tun?

Wie finden wir unseren eigenen Weg, wenn wir den Anleitungen der anderen folgen? Was, wenn wir gar nicht so anders sein wollen, schon etwas, aber nicht zu sehr. Wie gehen wir den eigenen Weg, wenn wir nicht viele finden, die applaudieren, die uns bestätigen oder gar fördern? Dann vielleicht doch lieber das machen, was für andere schon erfolgreich war?

Du und ich, wir werden es für uns selbst herausfinden müssen oder dürfen. Ist ja auch eine Chance darin, mehr über sich selbst zu erfahren.

Instagram diente hier als Beispiel, weil mich die liebe Doris @aprilgefuehle dazu inspirierte. Das ist nämlich das Schöne daran, es kann wertvollen Austausch geben. Ein weiteres Beispiel, welches ich erlebt habe, ist der Businessplan. Ein Unternehmen in Gründung und das Bankgespräch. Ein Thema für sich und dennoch fast eins zu eins mit dem vorigen Text vergleichbar. Im Grunde könnte ich Instagram mit dem Wort Businessplan tauschen. UnternehmerInnen sollen mutig und innovativ sein, doch im Finanzierungsplan müssen Erfahrungswerte ähnlicher Gewerke aufgeführt werden. Wer hat das schon gemacht, wie viel Umsatz wird damit generiert, etc.

Wie immer also. Alle bitte gleich und doch feiern wir das Neue 🙂

Die Reise geht weiter | 2

Nachtrag zum ersten Beitrag auf dieser Website “Die Reise geht weiter”

Heute ist ein Aufräumtag. Außen wie innen. Natürlich. Ich habe heute Vormittag ein vollgeschriebenes Notizbuch zur Hand genommen. Auf dem Umschlag steht nichts, es ist schön, dunkelblau und fühlt sich gut an, ich hatte es oft in der Hand. Erst wollte ich mich mit einem Kaffee in den Lieblingssessel setzen, um darin zu lesen. Doch dann öffnete ich die Notizen am Mac und fing an zu tippen. Bis ich mich versah, war es Nachmittag und ich habe fast das ganze Notizbuch abgetippt (und sortiert!). Vieles waren nur Gedankenfetzen oder Reminder. Einiges wirklich interessant, Büchertipps, Webseitentipps, Zitate usw. Jetzt habe ich die letzten Seiten vor mir liegen. Sie sind anders als die anderen, ließen mich innehalten. Sie gehören zu einem Erlebnis von vor zwei Jahren. Ein Kinobesuch, der mich nachhaltig berührt, bewegt und begleitet. »Deine Juliet«.

Es ist der erste Beitrag hier im Blog und ich hatte keine Erinnerung mehr daran, dass ich weitere Notizen dazu in einem Buch gesammelt hatte. Heute fand ich sie und ich möchte sie nun mit euch teilen.


Meine Notizen vom 13.08.2018, in einem Café mitten in Wien, spät Abends nach dem Kino:

»Deine Juliet« heißt der Film, den ich gerade schaute. Ich bin dankbar, er ist wie für mich gemacht. Wobei ich das nicht wörtlich meine, natürlich nicht. Es ist nur so, dass er genau auf mich und meine Lebenssituation passt, so genau, dass es wohl sogar Zweifler an Wunder glauben ließe.

Bücher bringen Menschen zusammen. Geschichten helfen Menschen in schweren Zeiten zu überleben. Ich weiß das, ja wusste das natürlich schon vor dem Film, doch wie ein Zauber hat er es mir so gewaltig vor Augen geführt, dass es mir im Kinosessel schwindlig wurde. Jetzt sitze ich hier, in dieser warmen Augustnacht und schreibe wie selbstverständlich in mein Notizheft. Ohne dieses und meinen Lieblingsbleistift gehe ich ja schon Jahre nicht mehr aus dem Haus. Beide waren geduldig mit mir. Manchmal habe ich auch noch ein Buch in der Tasche, meistens sogar, doch Heft und Stift fehlen nicht einmal auf dem Weg zum Supermarkt. Dabei kann ich mich nicht erinnern, jemals auf dem Weg zum Einkaufen innegehalten zu haben, um etwas aufzuschreiben. Auch auf dem Rückweg fiel mir das nicht ein … Was treibt mich also dazu, beides ständig mitzunehmen? Na egal, sind ja nicht schwer.

Ganz tief in mir höre ich, dass ich darauf wartete wieder zu schreiben. Ich mochte die Zeit im Badischen und in der Schweiz, meine Vielschreiberzeit.

Doch dann hörte alles auf.

Der Stift rührte sich nicht mehr, die Seiten blieben leer. Lange Jahre. Ich merke, dass mir die damalige Routine fehlt, dass es mir schwerfällt in Schreibgeschwindigkeit zu denken und bei der Sache zu bleiben. Nein, das stimmt nicht ganz, ich meine beim Gedanken zu bleiben. Möglicherweise springe ich von Gedanken zu Gedanken und ich darf zurücklesen und Worte einfügen. Nun gut, das sind die Anfänge. Da ich das alles schon einmal erlebt habe, weiß ich wie sich das Schreiben entwickelt, mache ich mir deswegen keine Sorgen, ganz im Gegenteil: Ich freue mich auf die Reise! Auf geht’s, wieder in das Abenteuer der Worte!

Eine Einfügung fällt mir jetzt schon ein, es waren die Gedanken vor dem Film. Da ich noch Zeit hatte, stöberte ich in einer Buchhandlung durch die Werke und landete bei den sogenannten Lebenshilfebüchern und der Esoterik Ecke. Einiges von dem, was da angeboten wird, habe ich gelesen oder noch Zuhause. Da ich mich derzeit nicht in meiner glücklichsten Lebensphase befinde, hatte ich ehrlich gesagt nur Verachtung für diese Art von Büchern übrig. Ganz nach »Ihr könnt mir auch nicht helfen!«

So viele kluge Ratgeber und alles nur Theorie. Soll ich da noch weitere hinzufügen? Bitte nicht! Ich würde mich schämen. Anderen Ratschläge zu erteilen, jetzt da ich selbst mit tiefsitzenden Ängsten um die Vorherrschaft meiner Gefühle kämpfe! Keines dieser ach so wunderbaren Bücher – von sicher ganz zauberhaften Menschen – kann mir dabei helfen. Sie muntern einen auf, geben Mut und Zuversicht, ja, das machen sie sehr gut, doch helfen kann ich mir nur selbst. Punkt. Wenn ich also kein Lebenshilfebuch schreiben will und werde, was dann? Mein Leben hat definitiv mit dem geschriebenen Wort zu tun …

Ich werde einfach nichts versprechen!

Werde stattdessen Geschichten und Gedanken liefern … welche, die selbst zum Denken anregen, die Gefühle hervorrufen und innehalten lassen …

Was mir so alles durch den Kopf schwirrt: Engel. Gibt es sie? Was haben sie mit der Religion zu tun? Gab es sie schon vorher? Wenn ja, wie nannten die Menschen sie? Können einen Engel im Leben begleiten? Gott. Dasselbe Thema. Wer oder was war Gott vor der christlichen Kirche? Und Jesus? Irgendwas in mir sagt mir, dass es Jesus so als Mensch / Mann nicht gab. In meinen Seelengesprächen war da immer nur Sananda. Auch wichtig: das Thema Toleranz oder doch nur die Angst, sich zu wehren? Was bedeutet es, sein Licht in die Welt zu bringen? Wachstum. Der Mensch strebt danach und schämt sich dafür.


Was für ein eigenartiges Gefühl, diese Aufzeichnungen nach fast zwei Jahren zu lesen … Mein Zeitgefühl ist wieder einmal nicht vorhanden. Ich könnte das auch gestern erst geschrieben haben. Interessant ist jedoch, dass ich einige meiner Fragen schon hier im Blog zum Thema machte. Es schadet also nicht, selbst ab und an durch meine eigene Seite zu lesen.

Gedankenfühlen

GEDANKENFÜHLEN

Ein Wort

So schön

Wie gefährlich

Doch mit verborgener

Hilfe

Und einem

Danke

In der Mitte

Dass ich meine Gedanken fühlen kann klingt logisch und nachvollziehbar. Dennoch dauerte es viele Lebensjahre, bis diese Weisheit zu mir durch drang.

Fühlen, Gefühle, mein Lebenselixier. Darauf baue ich seit ich denken kann. Oh, was ist das? Ich verwende es selbst in meinen Worten. Fühlen solange ich denken kann.

Die Verbindung war mir also schon klar, deshalb ist sie so vertraut und so einleuchtend.

Doch halt, wenn ich meine Gefühle denke, beziehungsweise sie mit meinem Denken erst erschaffe, was ist dann mit diesen tiefen Gefühlen? Die aus dem Bauch heraus? Die, die mich leiten, begleiten, mir antworten?

Es muss zweierlei Arten von Gefühlen geben und ich mache mich nun auf, sie zu ergründen.

Balsam für die Seele

Den Satz »Balsam für die Seele« habe ich bei einem Spaziergang in der Stadt gelesen. Wo genau weiß ich nicht mehr, jedoch, er blieb hängen, der Satz.

Er erinnerte mich an früher. Es gab eine Zeit, da meinte ich, meine Seele würde weinen. Ich hatte keine genaue Vorstellung davon, was »Seele« ist, doch ich fühlte eine innere Traurigkeit, die ich mir mit meinem Verstand nicht erklären konnte. Mein Leben war schön, es gab keinen Grund unglücklich zu sein. Dennoch, etwas in mir weinte. Jetzt nicht mehr, weil ich nun weiß, was dieses innere Weinen war – Sehnsucht. 

Es braucht keinen Balsam für die Seele, die Seele selbst ist der Balsam. Sie ist die Liebe in mir, sie ist meine eigene Fürsorge, mein eigenes »Liebhaben«, mein inneres Zuhause.

Wie an einem schönen Ort, an dem man sich gar nicht satt fühlen kann, wo es so herrlich ist, dass es kaum zu begreifen ist, man ist dort und sehnt sich danach, dort zu bleiben. 

BEI SICH SEIN

IN SICH SEIN

ZUHAUSE SEIN

Freiheit schenken

Loslassen bedeutet, sich selbst zu befreien.

Vor etwa eineinhalb Jahren schenkte ich mir so eine Freiheit. Losgelassen hab ich, vielleicht sogar abgestoßen – das war intensiv, weil ich lange krampfhaft festhielt, was nichts in und an mir noch haben wollte. Ein paar Stunden danach, als sich der Adrenalinschub wieder legte, machte ich einen Spaziergang und las in einem Schaufenster „Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“ – das ging durch und durch! So wahr wie seltsam. 

Heute, lange danach, fällt mir der Satz wieder ein, weil ich wieder etwas losgelassen habe, friedlicher diesmal. Doch nicht weniger intensiv. Ich habe mich befreit, losgelassen von vermeintlicher Sicherheit die mich nur festhielt. Doch wieder diese Tränen die nach Champagner schmecken.

Freiheit ist ein vielgeliebtes Ziel, doch kaum erreicht (zumindest etwas, denn ganz frei sein, da fehlt mir die Vorstellung, wie das sein könnte) macht sich die Selbstverantwortung breit. Lächelnd und mächtig. Wunderbar, doch auch ganz schön schwer.

„Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“

Verf. unbekannt

Und die Tränen? Erleichterung, Seelenschmerz, erstaunte Mut-Tränen, Angst ein bisschen und Freude. Der Champagner prickelt ja auch etwas bitter … und dennoch, hoch die Gläser, Korken knallen. Es ist wieder ein Schritt vollbracht.

Update am 09. November 2019

„Ich habe Angst loszulassen, was ist wenn ich falle?“

Ein viel gehörtes Feedback.

Doch liegt das nur am Wortspiel, weil wir loslassen für verschiedene Bereiche einsetzen. So können wir uns drücken und schützen und verstecken und weiter nicht loslassen.

Dabei, mal ehrlich gefragt, wo hältst du dich fest? Ist es ein Geländer vor einem Abgrund? Oder die Idee der perfekten Partnerschaft? Oder der Gedanke an Existenzangst bei einem Jobwechsel?

Wir machen uns alle so viel vor. Schade.

Denn einmal losgelassen, einmal gespürt wie es ist, sich selbst zu vertrauen, einmal den Mut gefasst, zur eigenen Herzentscheidung zu stehen – wow, das ist so groß!

Klar springt das Adrenalin Trampolin. Und? Zeit sich richtig lebendig zu fühlen!

Loslassen bedeutet nicht,

zu fallen,

sondern der eigenen Urteilsfähigkeit

zu vertrauen.

Frau sein

Frau sein ist mehr, als der Tochter zu entwachsen. Es ist mehr als dieses Leben. Frau sein ist erinnern.

Nicht nur zur Zeit des Samhain, doch speziell dann, mit mehr Intensität, ein Gedenken, Denken, Erinnern, Wahrhaben und Andenken der Ahninnen.

Was mich als Frau ausmacht ist viel mehr als das was ich bin. Mehr als mein Leben, meine Entscheidungen und Erfahrungen. Es ist auch mehr als das, was ich über mich denke. Viel mehr als das, was andere denken.

Ich fühle vor allem eine tiefe Verbundenheit mit den Frauen der vergangenen Zeit. Da spüre ich, dass Tod nur eine Veränderung ist.

Es sind dabei nicht nur jene, die ich persönlich kannte. Das ganze Leben, das ganze Sein und Werden geht viel weiter als nur diese kurze Dekade.

Wir begegnen uns.

Hier und Jetzt. Gestern und Vorgestern. In diesem Leben und in anderen.

Ich streichle sanft über das Holz. Mein Urgroßvater hatte es in den Händen, hat es bearbeitet, einen Küchenschrank daraus gebaut. Dieses Möbel begleitet mich, erinnert an die Uroma, die Kindheit, an alte Zeit. Erinnert an eine Frau, die weder Kühlschrank noch Telefon hatte, deren Haus aber ein Heim war. Ich atme den Duft der Küche. Sehe mich im wilden Garten unter den Obstbäumen …

Ich bin froh, dass ich meine vielen Fragen auch noch heute an sie richten kann. An sie und unsere Schwestern, an mich und meine Leben.

WIR sind. Frauen.

Vor etwa 7 Jahren in der Schweiz – auch eine Erinnerung – an mich – damals

Da ich glaube, dass wir durchaus in den Leben in verschiedene Geschlechterrollen schlüpfen, schließt dieses feine Erinnern die Opas und Onkels und verstorbenen Freunde nicht aus. Es sind die Seelen in uns. Diese weibliche, fühlende, verstehende und verbundene Essenz in allem.

Vielleicht braucht es deshalb einen „Vater unser“ in der Kirche. Da die Mutter aller sowieso IST. Eine umgedrehte Emanzipation von vor 2000 Jahren. Wer weiß …

Samhain soll der Ursprung der Feierlichkeiten um Ende Oktober / Anfang November sein. Darüber ranken sich Geschichten und Sagen … Für mich klar ist, dass es ein Übergang ist. Ich spüre zwei davon im Jahr. Einen eben jetzt, Ende Oktober, den anderen zum April.

Allerheiligen ist in vielen Ländern ein staatlicher Feiertag. Dabei spielt es keine Rolle, ob du oder ich diesen Glauben teilen. Es stehen auch viele an den Gräbern und Gedenken der Verstorbenen, dabei wäre doch das erst morgen, an Allerseelen. Das Heiligengedenken ist ein Feiertag, das Gedenken an die eigenen Ahnen nicht. Beim Gräbergang wird das vermischt. Seltsam irgendwie. Darf ich sagen, dass mir die Ahnen und Ahninnen heilig sind? Mir persönlich?

Es brennt ein Licht für euch. Manchmal in einer Kapelle, manchmal hier auf dem Tisch, immer in meinem Herzen.

2. Kapitel | Reise

DIE REISE ZUM ICH

Kennst du das Gefühl
»Jetzt reicht es!«

Kennst du das Gefühl
»So nicht mehr!«

Kennst du das Gefühl
»Warum immer ich?«

Kennst du das Gefühl
»Es muss doch noch mehr geben!«

Kennst du diese Gefühle? Die Frage dahinter ist immer das »Wie?«. 
Wie kannst du etwas ändern, wie durchsetzen, wie weißt du, 
dass es klappt, wie bringst du das den anderen bei, wie soll es 
weitergehen? Dabei trägst du die Antwort bereits in dir und die 
eigentliche Frage ist in Wahrheit: »Traust du dich? Hast du den Mut 
und die Kraft, deinen eigenen Weg zu gehen, den Weg zu dir selbst?«

Dieser Weg ist nichts Plötzliches, sondern ein Prozess.
Schritt für Schritt darfst du dabei neue Erfahrungen
machen und dich über Erkenntnisse freuen. Diesen Weg
in Dankbarkeit zu gehen fühlt sich wundervoll an und du
bist stets eingeladen den nächsten Schritt zu machen, hin
zu dir selbst, weg von der Maske der Gesellschaftsregeln.
Dabei gilt es unter anderem von eingefahrenen
Verhaltensmustern Abschied zu nehmen. 
Muster, die dich immer nur so sein lassen, wie es für
andere passend scheint. Doch eine der Erfahrungen, die
du auf dem Weg machen wirst, ist, dass es schwieriger ist
beim alten Ich zu bleiben, als sich seinem wahren Selbst
zu nähern.

»Wer spricht hier? Wer bist du, der das alles zu mir sagt? Und wo bin ich eigentlich?«

»Ich bin ein Sternenflaum. Hallo liebe Fee, ich grüße dich. Du bist auf der ersten Station deiner Reise zu Nara.«

»Ein Sternenflaum? Das hab ich noch nie gehört. Kannst du dich mir zeigen? Wie siehst du aus? Und wieso sagst du, wie das Licht, ›Reise zu Nara‹, wenn du doch eben von der ›Reise zum Ich‹ sprachst – hängt das zusammen? Dasselbe ist es ja wohl kaum …«

»Ich möchte dir etwas zeigen mit dessen Hilfe du selbst auf die Antworten deiner Fragen kommen kannst. Du wirst auf deiner Reise noch so manchem Sternenflaum begegnen – besser gesagt, sogar ziemlich vielen. Manchmal erzählen wir dir etwas, ein anderes Mal werden wir zusammen plaudern – so wie jetzt, und oftmals wirst du glitzernde Schriftrollen finden, auf denen Worte stehen, die dir weiterhelfen möchten.«

»So wie diese hier, die ich schon die ganze Zeit anstarre, doch nicht wusste, was es sein soll?«

»Ja genau. Du kannst ihr Geheimnis entdecken, wenn du dein Herz öffnest und dem Licht in dir vertraust, dass es dir stets deinen Weg leuchten wird. Wenn du die Worte zu fühlen vermagst, werden sie sich dir zeigen und mehr als schöne Wörter sein.«

»Danke Sternenflaum, ich werds versuchen. Oh warte, du sagtest ›dem Licht in mir?‹ Was meinst du damit? Ich dachte erst, du meinst das Licht, das mich geweckt hat und mich auf diese Reise einlud, doch nun … Hallo? Wo bist du hin? Sternenflaum?«

»Nicht vergessen: Herz öffnen und vertrauen. Wir sind da, alle und immer.«

Fortsetzung: Kapitel 3 | Nachtlicht



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„Von Dankbarkeit begleitet, geht sich jeder Weg leichter.” Sternenflaum No. 2

1. Kapitel | Fee

Eines Nachts erwachte Anna und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht, so als würde sie eine Fliege vertreiben wollen oder etwas, das sie kitzelt. Nochmal und nochmal, bis sie endlich müde und träge die Augen öffnete. Blinzelnd erblickte sie erstaunt einen Lichtstrahl, der ihr genau ins Gesicht schien. Verblüfft setzte sie sich auf und sah sich im Zimmer um. Unbewusst laut fragte sie:

»Wo kommst du her?«

Anna fasste mit der Hand nach dem Licht, doch es war ebenso, als wäre es ein Sonnenstrahl am hellen Tag. Zudem meinte sie, ganz leise eine Stimme zu hören, die nach ihr rief. Fee, Fee. Traurig wandte Anna sich ab, legte sich wieder hin und zog sich die Decke weit über den Kopf. Fee. Das kann nicht sein! Das sind Kindheitsträume. Fee! Was soll das?! Dafür bin ich zu alt! schimpfte sie mit sich selbst. Doch wieder hörte sie die Stimme: Fee. Fee.

Tränen krochen ihr in die Augen, die Kehle schnürte sich immer enger zu und dann war’s geschehen – die Bilder der Kindheit waren wieder da. Fliehen ist unmöglich, das wusste Anna, und so ließ sie die Tränen laufen, ließ zu, dass sie ihre Mutter vermisste, ließ das innere Schreien zu, Mama! Mama, wo bist du? Hilf mir! Lass mich nicht alleine, Mama! Schick mich nicht fort! 

Fee. Fee. Ich bin da. Bitte mein Kind, lass mich dir nah sein.

Schluchzend kuschelte sich Anna immer tiefer in die Kissen. Niemals hat ihre Mutter sie Fee genannt. Das war nur Annas Wunsch. In ihren Träumen und wenn sie Schulfreundinnen erzählte, dann war sie für ihre Mutter Fee.

Anna heißt mit zweiten Vornamen Feodora und sie liebt diesen Namen. Aus Feodora wurde Fee und aus Fee das geliebte Kind der immer fernen Mutter … 

›Mama, warum nennst du mich nicht Feodora?‹

›Feodora ist ein starker Name, Annie.‹

›Ich bin stark!‹

›Ja, wahrscheinlich bist du das.‹

Heute ist sich Anna dessen nicht mehr sicher. Feodora steht nur noch auf ihrem Pass und Fee lässt sie nächtens weinen.

Mit einem tiefen Seufzer, die Augen noch tränennass, lugte Anna unter ihrer Bettdecke hervor und stellte staunend fest, dass dieser Lichtstrahl immer noch da war. Wieder setzte sie sich auf und versuchte mit der Hand nach dem Licht zu greifen. Auch suchte sie nach der Lichtquelle und eventuellen Schatten, den ihre Hand ja verursachen müsste, doch da war nichts dergleichen – nur das Licht.

Nun doch leicht verängstigt, tappte Anna nach dem Schalter ihrer Nachttischlampe, doch just in dem Moment als sie ihn drücken wollte, hörte sie eine tiefe, sanfte, samtig weiche Stimme:

»Liebste Fee, mein Herz, hab keine Angst vor dem Licht. Was du siehst, ist ein Teil von dir, ein sehr schöner Teil von dir.«

»Wer bist du? Wieso nennst du mich Fee? Und wo bist du? Ich höre dich, aber …«

»Ich bin überall und du kennst mich gut. Viele Fragen hast du an mich gerichtet und mir ebenso viele Dankesworte gewidmet. In letzter Zeit warst du oft traurig und fühltest dich hilflos und alleine – deswegen nimmst du mich anders wahr als sonst. Um dir zu helfen, siehst du das Licht heller und klarer, ja?«

»Natürlich sehe ich es, doch ich verstehe immer noch nicht …«

Hab Geduld bitte.

»Sieh dir das Licht an, sieh genau hin, lass dich darauf ein, lass es in dein Herz leuchten und es so eine Brücke sein. Eine Brücke zu einer Welt, in die ich dich nun einlade. Kommst du mit auf eine Reise? Es wurde einiges für dich vorbereitet …«

»Eine Reise? Jetzt? Mitten in der Nacht? Nun ja, ich fühle schon, dass ich das will, aber warte … ich sollte mich doch eigentlich fürchten, oder mich zumindest fragen, ob ich verrückt geworden bin? Licht sehen, Stimmen hören … oder träum ich? Ja, das wird es sein, ich träume bloß. Also gut, dann ist es schön, ich komme mit!«

»Wunderbar. Ob träumend oder nicht, öffne dein Herz, lächle ins Licht und wir werden in eine Welt fliegen, die dir gleichzeitig fremd und vertraut vorkommen wird. Wir reisen zu Nara, dem natürlichsten Raum.«

»Natürlichster Raum? Das klingt gut, da fühl ich mich jetzt schon wohl. Also auf gehts, ich bin neugierig auf Nara!«

Und in Gedanken fügte Anna hinzu ›Mach schnell, bevor ich darüber nachdenken kann, ob ich wirklich träume …‹

Fortsetzung: Kapitel 2 | Reise



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