Die Sternenflaum-Geschichte | Kapitel 35 »Und nun?«

Die Sternenflaum-Geschichte | Kapitel 35 »Und nun?«

»Fee, immer noch auf dem Weg zu Nara und auf der Suche nach inneren Frieden, wünschte sich von Sternenflaum, dass er ihr was erzählt, um sich zu beruhigen gern – und wir dürfen auch lauschen, denn dafür sind wir ja nie zu alt …«
-Judith Eherer

Und nun?

Manchmal fühlt es sich an, als würde ich auf der Stelle treten. Die Gefühle drehen sich im Kreis. Oder nein, die Gedanken. Die Gefühle sind da und verändern sich nicht. Nur die Gedanken darüber. Und die, bringen die mich weiter? Manchmal fühlt es sich eben so an, als nicht. Die Erinnerungen, die oft so viel Freude bringen, die quälen dann. Wie geht es jetzt weiter? Was ist die Antwort auf die Frage »Was will ich«? Das Alte nicht mehr, oder doch? So vieles würde ich anders machen, könnte ich die Zeit zurückdrehen. Wirklich? Was mache ich denn heute anders? Jammern? Ja, auch mal. Auf der Stelle treten. Wenn ich mich traue, mich selbst zu fragen, was ich denn anders machen würde, bekäme ich dann nicht die Antwort auf die Frage, was ich denn will? Möglich. Warum frage ich mich dann nicht? Weil dann eine Veränderung ansteht? Weil ich Angst davor habe, dass mich nur mein Ego treibt? Quält mich nur das, was ich wollte und nicht bekam? Obwohl ich mir vorher noch sicher war, bei einer neuen Chance, alles in meiner Macht Stehende zu geben? Warum? Weil ich daraus etwas erhalten wollte? Gebe ich nur, um nehmen zu dürfen? 

Sternenflaum! Stopp! Was machst du da? Was sind das für Gedanken und Fragen? Sie fühlen sich fürchterlich an! Warum erzählst du mir das alles?

Es sind deine Gedanken. Ich gebe sie nur wider. Und bevor du fragst, warum ich das tue, sage ich dir: nicht um dich zu quälen. Bestimmt nicht. Du bist nur kurz davor, sie zu verdrängen und es wäre schade um all den Weg, den du bereits gegangen bist. Wie war das mit den Flügeln? Das Leben lässt sie dir wachsen, hast du gesagt. Wie steht’s damit heute?

Flaumi, ich darf ich meine Bedürfnisse durchaus haben, weil sie mich glücklich machen und ich, wenn ich glücklich bin, vielmehr zu geben habe! Ja, ich erkenne meine Gedanken und du hast recht, ich wollte sie verdrängen. 

Du könntest sie einfach ziehen lassen, musst sie nicht festhalten und immer wieder analysieren. Du hast so viele Gedanken in dir, nimm neue!

In mir. Sag, kann ich wirklich alles, was ich brauche, in mir finden? Ja, doch, es fühlt sich so an, als wäre dies möglich. Aber muss ich allein sein, in dieser Zeit der Erfahrung? Kann ich beispielsweise mein Glück in einer Beziehung erst dann finden, wenn ich »innerlich fertig« bin? Gibt es nicht jemanden für mich, der mich auf diesem Weg begleiten kann und mag? Sicher ist, in mir drin sind Fragen über Fragen.

Versuche es mit einem Blick zurück, auf das, was du schon erreicht hast. 

Dann fühle ich Dankbarkeit und auch wieder ein Lächeln in meinem Gesicht, meinst du?

Fee, Liebes, dann weißt du auch, dass du bereits begleitet wirst. Du bist nicht allein.

Das ist sehr schön Flaumi, ja wirklich, ich weiß ja, dass es stimmt. Auch wenn ich es anders meine. Mit dir hier darüber zu sprechen hilft dennoch und gibt mir Mut und Kraft, die ausgetretene Stelle doch zu verlassen und weiterzugehen. Genug schwindelig für heute, genug im Kreis gedreht.

Und deine vielen Fragen?

Wenn ich ehrlich bin, wirklich ehrlich zu mir selbst, dann weiß ich, ich kenne die Antworten. Ich habe schon viel darüber nachgedacht, geschrieben, geträumt … Ups, trete ich jetzt wieder auf der Stelle? Dann habe ich wohl etwas übersehen, oder ich bin noch nicht bereit für den nächsten Schritt?

Oder du hast gerade eben einen großen Schritt gemacht …


Sternenflaum ist eine Fortsetzungsgeschichte.
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