Sanftmut

Having a soft heart in a cruel world is courage, not weakness. Let’s not forget that.

Daniela @onceuponacream // instagram

Ein weiches Herz in einer grausamen Welt zu haben, ist Mut, nicht Schwäche. Das sollten wir nicht vergessen.

Ja, es ist mutig, sich nicht zu verstecken, sondern sich zurückzuziehen, Zeit für sich zu nehmen und für die eigenen Gefühle. Es ist auch mutig, sich nicht zu schützen, wie es von so vielen Seiten schallt. Brich mal ein weiches Herz. Aber die Mauern darum anzugreifen, das ist wie Krieg.

Ich muss mein Herz nicht beschützen, ich muss es achten, darauf achten. Wenn es sich zusammenzieht, ziehe ich mich zurück. Wenn es klopft und pocht, tanze ich. Wenn es weint, lasse ich es weinen. Niemand außer mir selbst kann mich brechen.

Die Worte, die ich zu mir sage, sind das Blut, das durch mein Herz fließt.

Wir alle haben weiche Herzen. Zu kaltem, hartem Stein geworden sind nur die Mauern außen rum. Angst vor Gefühlen, Angst vor Schmerzen, Angst vor Verletzung, Verlust und Verrat.

Schütz dich! Wie oft habe ich das schon gehört. Und ebenso oft habe ich mich dagegen gewehrt. Unverstanden und für dumm erklärt, für selbst Schuld erklärt, beginnt es immer wieder von vorn, sobald ich Gefühle zeige.

Da gibt es Menschen, die haben Angst um mich, dass es mir zu viel wird.

Zu viel Gefühle, zu wenig Emotionen.

Das muss doch aus dir raus!, heißt es. Aber nicht mit Tränen. Tränen gehören zu den gefürchtetem Teil der Gefühle. Wut dagegen scheint in Ordnung zu sein, eine fast schon gesunde Emotion in unserer Welt.

Mich hält Wut vom Fühlen ab. Wut steckt mir im Kopf, Worte formen sich im Geist und erschaffen Gefühle, die unangenehm sind. Mitgefühl ist doch das gesündere Gefühl, oder nicht?

Verständnis. Milde. Sanftheit. Sanftmut.

Wie? Verständnis? Für all das grausame, ungerechte da draußen? Nein, natürlich nicht. Aber ich verstehe, warum Menschen handeln, und ich glaube nicht an Monster. Ich glaube an die Gewalt um die verborgenen, versteckten und ach so beschützten Herzen.

Die Worte, die sie zu sich sagen, sind das Blut, das durch ihre Herzen fließt.