Vieles darüber lässt sich im Web finden. Es heißt, man wäre sich uneins, warum diese Feste zusammenliegen. Ich glaube, man traut es sich nur nicht zu sagen. Es gibt immer noch eine gewisse Angst dem Heidnischen gegenüber.

Samhain, so heißt es, ist ein keltisches Fest.

Es geht auch um die Angst vor dem Tod, die Angst vor den Toten, den Seelen der Toten. Es geht um das eigene schlechte Gewissen, die Furcht, dass Vergebung vielleicht doch nicht existieren könnte …

Das Ende des Sommers, könnte Samhain übersetzt aus dem irischen auch heißen. Erntedank und der Beginn des Winters. Hart waren die Zeiten damals, die Winter besonders. Es galt sich zu verbinden mit dem Guten und sich zu lösen von dem Unheil.

Heute können wir uns ebenfalls verbinden, mit unseren Ahninnen und Ahnen, in Dankbarkeit und Wertschätzung. Dafür muss man keine gruseligen Akte vollbringen. Vergebung geschieht aus einem selbst.

Wr gehen in die Erde über.
Wir sind Samhain, wir sind Dojo, wir sind die Heiligen,
wir sind die Seelen. Ob wir wollen oder nicht.

Wer möchte, dass ihm vergeben wird, beginnt damit, sich selbst zu vergeben. Ansonsten wäre es nur ein ängstlicher Wunsch, ein Hoffen auf Vergebung, weil man mit sich selbst nicht ins Reine kommt.

Räuchern nützt da auch nichts, aber es hilft, wenn man denn möchte. Rituale ersetzen nicht unsere Selbstverantwortung, sind keine Zaubermittel, doch sie unterstützen uns seit jeher, und das aus gutem Grund. Wir fühlen uns durch sie verbunden, stehen mit dem Thema nicht alleine da.

Allerheiligen kenne ich von Kind her als den Tag, an dem wir in der Kälte an den Gräbern stehen mussten. Die Menschen tratschten wegen der Mode der Mäntel und Hüte, wer da ist, wer fern blieb, welches Grab gepflegt scheint und welches nicht, wer es sich Geld kosten ließ. Es riecht übertrieben stark nach Weihrauch und man muss sich beherrschen, nicht zu husten, zu lachen oder sonst wie aufzufallen. Zum Aufwärmen gab es anschließend Kaffee und Kuchen bei Oma. Über die Toten, die Seelen, wurde nicht gesprochen. Vielleicht noch über die Daten, wer schon wie lange tot ist. Ich hatte nie den Eindruck, dass dieser Tag etwas Heiliges sei.

Heute denke ich, dass das alles eine Ablenkung ist. Alles, bloß nicht in die Tiefe gehen, bloß nicht fühlen, bloß nicht hineinsteigern, die Trauer nicht zulassen, sich zusammenreißen, nach vorn schauen. Über den vielen Weihrauch ließe sich spekulieren. Fürchten die Katholiken die Toten? Ich glaube nicht, dass dies an der Religion festzumachen ist. Wir haben doch alle eine seltsame Art, mit dem Tod umzugehen. Am liebsten wäre es doch allen, es gäbe ihn nicht, oder?

Nur, was dann? Ewiges Leben? Wie viele kennst du, die ihre 70, 80 Jahre so sehr genießen und genossen haben, dass es ewig so weitergehen könnte? Wir hätten dann wahrscheinlich eine andere Angst. Irgendeine entwickelt sich ja immer. Wegen der Dualität, heißt es.

Apropos Dualität. Heute, an Halloween oder an Samhain, je nach Gesinnung, erleben wir einen Übergang darin. Die Übergänge haben es mir angetan, ich mag sie, es ist eine besondere Energie darin. Laut dem Kalender der TCM befinden wir uns in der Dojo-Zeit Erde.

Die Kulturen haben ihre Bräuche und Feste, doch das, was dahinter liegt, eint uns. Mit dem Gestern und dem Morgen, mit Verstorbenen und allen, die noch geboren werden.

Zeit für Ruhe, Zeit für stilles Gedenken, Zeit für Wertschätzung, Dankbarkeit und Verantwortung. Zeit innezuhalten, bewusst zu atmen und begleitet weiter zu gehen.

Es gibt viele Möglichkeiten der Dankbarkeit, such dir eine, die du fühlen magst.

Hier findest du weitere Texte, die in diese Zeit passen, du kannst sie gerne auch als Meditationseinleitung benutzen. Vielleicht machst du dir eine Kerze an, räucherst Kräuter und Weihrauch, denkst an deine Ahnen … Du kannst die Worte auch auf dein Handy aufnehmen, um sie dir dann als deine ganz eigene Meditation anzuhören.

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»feelingwords sind Mindset-Poesie und gerne Inspiration und Begleitung. Mit meinen Gedanken, Gedichten & der Sternenflaum-Geschichte möchte ich dir zeigen, dass Fühlen wertvoll und ein feiner Kompass durchs Leben ist.« Judith Eherer

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