Inspiration vs. Vergleichsblockade

Inspiration vs. Vergleichsblockade

Hier erzähle ich dir von meinem Erkenntnisweg, der dir gerne wortwörtlich ebenfalls Inspiration sein mag

Über den Jahreswechsel löschte ich die Instagram App vom Handy. Zwei, drei Wochen Pause … dachte ich mir, ja, das wird mir guttun. Ich mag Insta, wirklich. Meistens. Schöne Bilder, feiner Austausch, Inspiration …

Klingt doch gut, oder? Unbewusst habe ich mir allerdings eine heftige Vergleichsblockade zugelegt. Zuerst speicherte ich nur einige Posts. Dann folgten Screenshots, die, als sie mehr wurden, sich wie von selbst in einem Ordner „Inspirationen“ sammelten.

Am 05.01.2022 dann der Schock. 299 Dateien im Ordner „Inspirationen“ und keine einzige, wirklich keine einzige im Ordner „Kreatives“.

Inspiration vs. Vergleichsblockade. Infobild mit Ordner und Dateienanzahl. feelingwords Blog

Von Oktober bis Dezember sammelte ich, machte mir Notizen, aber malte, zeichnete, gestaltete NICHTS selbst.

Geschrieben habe ich, ja das schon. Schreiben ist so natürlich wie atmen und so täglich wie Kaffee & Licht. Aber ich möchte zudem kreativ sein, das Geschriebene gestalten, Schönes daraus entstehen lassen, es auch anderen näher bringen, Lächeln entlocken, Herzen berühren, anrühren, erinnern …

Was ist passiert?

Anfangs verstand ich es selbst nicht. Doch mit den Lebensjahren habe ich mich schon etwas kennenlernen dürfen und so weiß ich, dass ich meine Antworten in der Stille finde und im Fühlen.

Leider war es so, dass es nicht lange still in mir blieb, denn die Antwort wühlte mich auf! Abertausende Gefühle jagten durch mich und zum Glück kann ich weinen und schlafen und auf mich achten und heilen …

Ich habe mich verglichen.

Ich habe die schönen Inspirationen nicht als „in spirit“ genommen, sondern als „oh, so schön, DIE sind talentiert, SO könnte ich das nicht, ich könnte es höchstens so ähnlich probieren, klar das DIE damit erfolgreich ist, ist ja auch megaschön, ach, da fehlen mir Materialien, das müsste ich erst lernen, wow, genau so wollte ich es auch, da lösche ich meine Versuche lieber gleich wieder, so peinlich, Jahre übte sie, hat sich ja gelohnt, das halte ich eh nicht durch“ usw.

Und hey, das ging so schnell und so unbemerkt! Über Monate hatte ich diese Vergleichsblockadegedanken ohne es tatsächlich zu merken. Also schon, doch eben nicht bewusst als das.

Inspiration von inspiratio ‚Beseelung‘, ‚Einatmung‘, aus in ‚hinein‘ und spirare ‚hauchen‘, ‚atmen‘; vgl. spiritus Atem, Seele, Geist

-WIKIPEDIA

Gestern sah ich, dass jemand Posts von mir gespeichert hat.

Mein Puls raste.

Wie jetzt? Ich auf der anderen Seite?

Natürlich! Wieso auch nicht? Ja, es wurde Zeit zu erkennen und zu bekennen. Ich mache schöne Sachen, ich bin talentiert, auf meine Art. Es gibt viele, die mir das bestätigen, die mögen was ich mache und ich entschuldige mich, dass ich das zu wenig wertschätzte.

Letztlich entfolgte ich vielen schönen Accounts, was mir nicht leicht fiel, aber vorerst notwendig war und ist. Ich entfolgte auch einigen Coaches, die so gern Affirmationen und Lebenshilfezitate posten und von denen ich gar nicht weiß, wie sie bei mir landeten. Auch verabschiedete ich mich von jenen, die mir das Gefühl gaben, wenn ich nicht bei ihnen buche, mache ich was falsch. Tja, die gibt es, leider und ich ließ mich triggern. Unbewusst habe ich auch da verglichen, mit den Erfolgsmeldungen zum Beispiel.

Heute las ich bei Daniela Britzelmayr auf Instagram :

„Es geht nicht darum, dass wir die Grüblerin, die Selbstisoliererin, die Selbstkritikerin, die Antreiberin usw. vertreiben und verjagen, sondern dass wir immer mehr Momente des Vertragens und Zuhörens erfahren. Die Versöhnung beginnt in uns. Und plötzlich spüren wir die Veränderungen.“

-DANIELA BRITZELMAYR | RAUM UND ZEIT

So wichtig! Ja, das musste ich lesen und fühlen und annehmen. Danke! Denn was auch passieren kann, ist, dass nach dem Erkennen die Selbstkritik folgt. Wie konntest du nur? Hast du noch immer nichts gelernt? Wie oft muss dir das noch passieren? … Ich denke, das ich ganz normal und gehört dazu, um zu erkennen, zu heilen, sich weiterzuentwickeln – sofern es nicht überhandnimmt, sondern eben, wie Daniela schreibt, der Hinweis zur Versöhnung mit sich selbst ist.

Schöne Posts, wie der oben im Zitat, sind es, die Inspiration wörtlich nehmen, die wirklich „in spirit sind“, einhauchend, den Geist berührend, beflügelnd. Wenn ich nicht klar bei mir bin, okay mit mir bin, ist es leider möglich, diese schönen Worte umzudrehen, sie zu benutzen, um mich selbst zu bejammern. À la „ja ich weiß, aber, aber, aber …“

Es ist an mir, mich zu entscheiden. Aus welchem Blickwinkel betrachte ich …

Es ist also gut möglich, dass ich mir die schönen Accounts wieder zurückhole, ihnen erneut folge, doch dann mit einem Blick der Dankbarkeit und Anerkennung, statt des Neids und Selbstmitleids. In Frieden und mit Genuss.

Inspiration vs. Vergleichsblockade

Erkennst du dich darin wieder? Wenn du Hilfe möchtest und Begleitung, empfehle ich dir von Herzen @katharinaheilen mit ihrem Programm und Podcast z. B. Folge 57 – So vergleichst du dich weniger (Werbung ohne Auftrag). Sie weiß genau, wovon sie spricht und sie hat eine Fülle an Tipps, wie man aus der Geschichte wieder rauskommt.

Dabei muss es sich auch nicht um Instagram handeln, wir vergleichen uns auch sonst oft. Es ist wirklich eine Herausforderung, sich Ideen und Inspiration zu suchen, ohne sich letztlich damit zu vergleichen oder vom Plan abbringen zu lassen. Das kann eine geplante Renovierung sein oder eine neue Einrichtung, die Gestaltung der Webseite, eines Visionboards, des Gartens, eines Geschenks, aber auch Workout-Videos und Rezepte können wir dazu benutzen, uns schlecht zu fühlen.

Gerade bei der Gestaltung von Visionboards ist es wichtig, sich vorher mit sich – im Stillen – klar zu werden, was man denn eigentlich will. Möchte ich etwas erreichen oder möchte ich klammheimlich darüber jammern, dass ich das eh nicht schaffe?


Ein Mantra für dich und mich

Ich vertraue darauf, dass meine Inspiration zu mir kommt, ich sie wahrnehme und fühle, weil sie etwas in mir anrührt, was bereits da ist und nur noch von mir gesehen und gelebt werden will.