Immer diese Entscheidungen – inmitten der Fülle des Lebens

Immer diese Entscheidungen - inmitten der Fülle des Lebens. Gedanken zur inneren Ruhe und Inspiration.

»Immer diese Entscheidungen – inmitten der Fülle des Lebens«

Gedanken nach dem Zoom-Live von Katharina Heilen am 08.06.22. Gewidmet ihr und den wunderbaren Frauen, die diesen Abend so besonders machten @denise_aybas @marie . she|her @m.newthingscoming

Unter anderem wurde das Thema »Entscheidungen treffen« angesprochen. Volle To-do-Listen, Prioritäten setzen etc.

Ein Bild:

Da ist ein alter Buchladen, ein sehr alter Buchladen. Ein hoher Raum, vollgefüllt mit Büchern, alte und neue.

Wie alt sind die Bücher ganz oben in der Ecke?

Über 50 Jahre, weil seither war ich nicht mehr da oben. Als Bub zuletzt, die Neugier trieb mich die Leiter hoch, der Vater schimpfte.

Der Buchladen ist von Ihrem Vater?

Großvater.

Macht es Ihnen nichts aus, dass es hier Bücher gibt, die Sie nie lesen werden?

Ich kann niemals alle Bücher lesen, dazu reicht ein Leben nicht aus.

Und macht Sie das nicht traurig?

Ich muss die Bücher nicht lesen, um sie zu genießen und zu ehren. Hier, inmitten all dieser Wunder zu sein, was Schöneres kann ich mir nicht vorstellen.

Ja, ein Buch ist ein Wunder.

Es erzählt nicht nur die eigene Geschichte, hinter jedem Buch steht ein Mensch, der sie erdacht hat und den Mut hatte, sie weiterzuerzählen. Von all der Herstellung, Vertrieb und all den Menschen, die die Geschichte berührt hat und noch berühren wird, ganz zu schweigen.

Das da ganz oben berührt mich sogar, ohne den Titel zu kennen. Allein, weil es da ist.

Genau das meine ich.

Die Wunder und die Fülle genießen, statt alles außerhalb zu beweinen.

Wenn wir inmitten unserer To-dos sitzen, umgeben sind von Möglichkeiten, Einladungen, Verpflichtungen, können wir uns fühlen wie der Mann im Buchladen. Alles ist Wunder und Fülle.

Und manchmal, da glitzert ein Wunder heller, dieses gilt es dann zu betrachten, dieses will unsere Aufmerksamkeit etwas mehr.

In meinem Fall glitzert die Buchhaltung heute, das Schreiben dieses Beitrags und das Erstellen meines Logos.

Wir werden immer mehr zu tun haben, als uns Zeit zur Verfügung steht. Wenn wir aufhören uns darüber zu beklagen, geben wir nicht zusätzlich noch Energie dafür ab. Wir entscheiden uns für ein Buch, genießen es, ohne die vielen nicht gelesenen zu bedauern. Das geht und tut uns gut. 

Fühlen hilft.

Fühlen, was gerade wirklich glitzert. Innen glitzert. 

Oft kommen wir in Stress, weil wir uns nach außen orientieren. Lies unbedingt dieses Buch!, heißt es. Hast du das schon gelesen? Und das? Kommst du mit zur Lesung? Warum nicht? Das wird toll und ist bestimmt auch für dein Business wertvoll, du weißt schon, LeserInnen, neue Kontakte und so weiter und so weiter. Welches davon glitzert wirklich? Innen?

Zudem mischt sich der Verstand ein, bringt die vielen Vorteile der Lesung in den Vordergrund. Auch, dass die Buchhaltung noch Zeit hat, die Deadline ist noch nicht in Sicht. Klingt doch vernünftig, besser den Termin wahrzunehmen …

Niemand außer ich selbst muss verstehen, dass der Name des Steuerberaterbüros heute mehr glitzert als die Buchvorstellung in der Stadt. 

Wie in einem Buch gehören auch die Leerräume zum Leben und manchmal auch Dramen und seltsame Figuren. Damit ist jetzt nicht mein Steuerberater gemeint, der glitzert gerne und freut sich jedes Mal, wenn ich die Buchhaltung vorbeibringe. Er gibt mir stets das Gefühl, dass sie wertvoll ist und ja, eben ein Teil unseres Lebens. 

Was dennoch nicht heißt, dass ich bei einer Kaffeepause nicht vom Meer träume und der Schweiz und von einem neuen Buch, das im Geiste schon bestellt ist …

Immer diese Entscheidungen – inmitten der Fülle des Lebens

Natürlich kenne ich auch die energieraubenden Tage, an denen der Terminplaner überläuft und ich nicht weiß, womit beginnen, um dann am Nachmittag festzustellen, dass ich nichts davon gemacht habe, vor lauter Hin und Her und ärgern und lamentieren. Gut, gibt’s eine Nachtschicht, ist lästig, aber selbst verschuldet, tja. Bei kreativen Arbeiten sieht das anders aus. So ein leeres Blatt ist voller Möglichkeiten. Welches Thema? Stil? Farben? Schreiben? Auch da kann es vorkommen, dass letztlich das Blatt leer bleibt, weil dann von den vielen Möglichkeiten keine umgesetzt wurde. Manchmal macht mich das traurig, manchmal auch wütend, doch meistens kann ich darüber lachen, über mich selbst im Grunde, dann hänge ich das leere Blatt an die Wand. Wer will schon sagen, was Kunst ist?

Dann ist es, als säße ich in dem alten Buchladen und würde, ohne auch nur ein Buch anzugreifen, die Fülle und Wunder der Bücher genießen.

Morgen stehen neue Entscheidungen an und es werden welche mehr glitzern als andere.

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»feelingwords sind Mindset-Poesie und gerne Inspiration und Begleitung. Mit meinen Gedanken, Gedichten & der Sternenflaum-Geschichte möchte ich dir zeigen, dass Fühlen wertvoll und ein feiner Kompass durchs Leben ist.« Judith Eherer

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