Die Sternenflaum-Geschichte | Kapitel 36 »Sahnehäubchen«

Die Sternenflaum-Geschichte | Kapitel 36 »Sahnehäubchen«

»Dies hier zu schreiben ist für mich besonders, weil es mich an meinen eigenen Weg erinnert, an die Stationen und Erkenntnisse, Gedanken und Gefühle. Auch weiß ich, dass davon zu lesen noch keine Veränderung bringt, doch die Worte können eine Anregung sein, weiter und tiefer nach innen zu lauschen.«
-Judith Eherer

Sahnehäubchen

Heute am frühen Morgen wurde ich unsanft geweckt. Ein Nachbar meinte, er müsse bereits um sieben Uhr den Rasen mähen. Dass es kein schönes Gefühl ist, so vor dem Läuten des Weckers aufzuwachen, muss ich wohl niemandem erzählen. Allerdings blieb ich erstaunlich ruhig und zog mir die warme Decke bis über den Kopf. Richtig verkrochen habe ich mich darunter. Und dann geschah etwas Wundervolles. Ich fühlte mich mit einem Mal so richtig geborgen. Ratterte der Rasenmäher da draußen noch? Wahrscheinlich schon, doch ich hörte ihn nicht mehr. Ich war eingehüllt in einem wohligen Gefühl, einem Gefühl der Ruhe, der Sorglosigkeit, der Freiheit und der Liebe. Ja, Liebe. In diesem Augenblick der Geborgenheit fühlte ich mich geliebt.
In den vergangenen Jahren sehnte ich mich immer öfter danach, mich zurückzuziehen. Einen Raum der Stille für mich allein zu haben und natürlich auch die Zeit dazu. Das musste nicht lange sein, schon mit fünfzehn Minuten wäre ich zufrieden. Nur, wo ist der Raum dazu? Ganz gleich, ob man nun ein Haus hat oder eine Wohnung – wer hat schon ein Zimmer ganz für sich? Es ist nämlich etwas anderes, als sich mal mit einem Buch auf die Couch zu legen, wenn gerade mal niemand da ist. Das ist auch schön, aber nicht dasselbe. Warum ich mich danach sehnte, wusste ich damals nicht. Aber heute kann ich sagen, ich suchte nicht nur die Ruhe, sondern ich suchte die Geborgenheit darin.
Dann kam Sternenflaum und das Licht. Sie zeigten mir Nara. Nara steht für den »natürlichsten Raum«, den Raum in uns, in unserem Inneren. Dort, wo wir uns hinwenden können, die Gedanken und Gefühle beobachten, uns zurückziehen, für uns selbst da sein, Antworten finden und eben Ruhe und Geborgenheit.
Natürlich kann man diese auch in und mit einem Partner finden, manchmal. Aber diese Geborgenheit ist begleitet vom Wunsch nach Sicherheit. Man möchte in den Arm genommen werden, sich geliebt fühlen. Und sicher gibt es so einfühlsame Paare, die sich diese Augenblicke schenken können. Aber reicht das? Dieses »Manchmal«?
Mein eigenes Ich, meine eigene Ruhe, meine Geborgenheit in mir, in meinem Leben, in meinem Körper, die kann ich nicht verlieren. Außer, ich möchte das, wenn mir mal nach Jammern und Selbstmitleid ist. Aber selbst dann, ist dieses Ich, Nara in mir, doch mein verlässlichster Rückzugsort. Nur in mir kann ich mich wiederfinden.
Für mich ist es wie das Sahnehäubchen auf der Sahnehaube. Ein purer Genuss. Denn wenn ich weiß, dass ich mich in mir, in meiner Ruhe, geborgen fühlen kann, dann ist das etwas, was niemals weggeht. Ich brauche keine Angst zu haben, es zu verlieren und auch nicht fragen, was morgen ist.

Liebste Fee, es ist ganz wundervoll dir zuzuhören und zu sehen, wie du dich entwickelt hast. Ja, wortwörtlich hast du dich von Begrenzungen befreit. Sternenflaum und ich auch, wir freuen uns für dich und möchten dir abermals sagen: Wir sind immer da.

Danke Licht! Danke vielmals. Es war heute so klar für mich, endlich habe ich verstanden, was ihr genau mit Nara meint. 

Liebe! Liebe, Liebe, Liebe. Fee, so schön! 

Ja, Flaumi, so schön und auch so verrückt. Die ganze Welt sehnt sich nach Liebe und fragt sich gleichzeitig, was Liebe eigentlich ist.

So oft schon und seit Jahrhunderten wurde die Liebe in den schönsten und auch traurigsten Worten beschrieben. Ob in Gedichten von vor zweitausend Jahren oder von jungen Leuten im Jetzt geschrieben, es dreht sich alles um die Liebe. 

Und auch wenn es heißt, es wurde alles schon einmal gesagt oder geschrieben, kein Herz wird je müde werden, Schönes zu schreiben, Schönes zu lesen, Schönes anzusehen, Schönes zu fühlen. 

Dabei wird das Wort dahinter gesucht, die Wahrheit, die ganz klare Antwort. Irgendwo soll sie stehen, irgendwer muss sie gesagt haben, damit sie geglaubt werden kann …

Flaumi, damit wir uns wirklich sicher sind, das, ja, das ist Liebe.

Dabei ist sie immer da, Fee. Innen. In einem selbst.


Sternenflaum ist eine Fortsetzungsgeschichte.
Verpasse kein neues Kapitel mit dem kostenlosen Beitrags-Abo

Klick HIER um diesen Beitrag auf Facebook zu sehen und ihn gerne zu teilen