Die Gabe finden

Ein Gespräch über Gabe vs. Talent, wie sie sich unterscheiden, wie sie zu finden sind und ich sie für mich entdeckt habe.

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Verkaufst du deine Gabe nicht mit deinen Büchern?

– Ich sehe mein Schreiben nicht als meine Gabe, ich habe dafür Talent.

Was ist dann deine Gabe?

– Das Gefühl dahinter. Die feine Wahrnehmung nicht sichtbarer Schwingungen. Der Blick dahinter, auch bei den Menschen, also hinter die Maske. Tief zu fühlen, ja, das ist meine Gabe.

Wie finde ich meine Gabe?

– Was stellst du dir darunter vor? Was ist für dich eine Gabe?

Etwas, das mir jeden Tag Freude macht, wenn ich mich damit beschäftige. Womit ich Erfolg habe, ja, wenn ich meine Gabe finde, kann ich erfolgreich sein.

– Du glaubst das wirklich? Nun, ich denke, dafür nutzt du besser deine Talente. Mach dich auf die Suche danach. Erfolgreich sein bedeutet viel Arbeit. Hochs und Tiefs. Erfahrungen, Entscheidungen, gute und schlechte Fehler, Geduld, Disziplin. Wenn du das aus deiner Gabe ziehen willst, läufst du Gefahr, dich selbst zu enttäuschen. Bei Rückschlägen wirst du zweifeln und deine Gabe womöglich nicht mehr anerkennen. Aus einem Talent hingegen, kannst du etwas machen, dazulernen, üben, dich verbessern, erweitern. Wenn du damit erfolgreich wirst, macht es nichts aus, dafür Geld zu bekommen, es dein Business ist, im Gegenteil, es wird dir natürlich vorkommen, denn du hast ja etwas geleistet und du bist gut darin.

Okay wow, ja, das verstehe ich, so habe ich das bisher nicht gesehen. Aber wofür steht dann die Gabe?

– Für dich als Licht, als Lichtbringer:in. Die Gabe kommt mit dir auf diese Welt. Sie ist die Verbindung zu allem. Mit der Geburt werden wir nicht ins Leben geworfen und von allem getrennt. Unsere Gabe ist mit uns. Wir sind Teil des Lebens, Teil des Kreislaufs, Teil der Natur. Unsere Gabe bringt Licht, hilft, heilt, tröstet und schenkt Zuversicht. Da wir als Menschen Bewusstsein entwickelt haben, können wir Entscheidungen treffen, werten und bewerten. Wir erleben viele schlimme, oft schreckliche Zeiten, Menschen können grausam sein, verletzen und verletzt werden. Durch unser Bewusstsein und unser Erinnerungsvermögen, das Unterbewusstsein, Träume und Wünsche haben wir einen großen Schatz an Möglichkeiten, mit einem ebenso großen Raum zu scheitern. Dann fühlen wir uns allein, getrennt von allen und allem. Dann brauchen wir Verbindung, Licht. Unsere eigene Gabe hilft da nicht viel, sie ist hauptsächlich für andere da. Es ist wie bei einem Telefon, du wirst dich ja nicht selbst anrufen. Andere Menschen, mit ihren Gaben, können dir Licht bringen, Hoffnung und Zuversicht schenken. Indem sie das tun, bringen sie gleichzeitig Liebe in ihr eigenes Herz. 

Das klingt wunderschön! Wie kann ich aber nun meine Gabe finden? Wie kann ich helfen und mein Herz fühlen? Also füllen, meine ich, damit, du weißt schon …

– Dein Herz füllen mit Dankbarkeit, mit der Liebe, jemand anderem geholfen zu haben. Dein Herz füllen, mit dem Licht, das Strahlen der anderen, weil du da warst. Meinst du das?

Oh ja!

– Es wird nur funktionieren, wenn dies nicht das Ziel ist. Sobald du jemandem hilfst, nur damit dir selbst geholfen wird, kommt es nicht zu diesem Leuchten. Du kannst dein Herz nicht betrügen. Deine Gabe ist kein Instrument, dass dir etwas bringt. Du spielst nicht für dich. Dafür nutze dein Talent oder gerne beides. Ja, du kannst es natürlich zusammenbringen.

Wie geht das?

– Indem du deine Gabe lebst, dich durch sie identifizierst. Wenn du ihr bewusst wirst, bist, sie und damit dich, in den Dienst am Leben stellst, dann wird sie dein Tun ganz natürlich begleiten.

Das ist es wohl, was einen Musiker oder Maler vom anderen unterscheidet. Manche sind wahrlich magisch.

– Möglich, ja. 

Ich möchte das auch! Unbedingt! Also, wie finde ich meine Gabe? 

– Dein Talent.

Zuerst mein Talent?

– Oder mehrere. Was liebst du? Worin gehst du auf? Vergisst die Zeit? Worüber könntest du stundenlang sprechen, ohne nachzudenken? Bei welcher Frage kannst du nicht widerstehen, sie zu beantworten? Wenn ich dir heute eine Freikarte für etwas in der Stadt schenken möchte, wofür würdest du dich entscheiden? Konzert? Theater? Museum? Worauf freust du dich schon Tage zuvor? Lass dich mal treiben, gehe ziellos durch die Stadt und beobachte dich. Wo bleibst du stehen, was zieht dich an? Welche Bilder sind am Abend auf deinem Handy?

Mega! Da bin ich jetzt ziemlich beschäftigt. Verrätst du mir dennoch, wie es dann mit der Gabe weitergeht?

– Da kann ich dir nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten, denn ich habe bisher nichts gefunden, was einer wirklichen Anleitung entspricht, und glaub mir, ich habe lange danach gesucht. 

Erzähl bitte.

– Indem ich mein Talent lebe, es mehr und mehr in mein Leben integriere, erfahre ich im Austausch mit anderen, worin meine eigentliche Gabe liegt. Wenn Menschen mir schreiben, dass sie meine Geschichten berühren, ihr Herz voll werden lassen, wenn sie sagen, sie möchten in meinen Worten baden … Dann sehe ich nicht nur, dass ich zum Schreiben tatsächlich Talent habe, sondern auch, dass darin viel Gefühl liegt und ich eine Verbindung herstellen kann – den Menschen zu sich selbst. Über die Worte. So, als gäbe ich ihnen damit ein Telefon und ein gutes WLAN. Das Telefon ist das Schreiben, das Talent. Das WLAN ist die Gabe, die Verbindung. Verstehst du?

Ja! Oh, das ist wundervoll! Sag, wie ist das aber mit deinem Business? Da schreibst du ja nicht nur, also das mit dem Feng Shui, das passt für mich nicht zusammen.

– Da hast du völlig recht, deshalb habe ich das kürzlich auch neu formuliert. Ehrlich gesagt, habe ich meine Gabe jahrelang hinter dem Feng Shui versteckt. Ich habe es vorgeschoben, weil es ein bekanntes Instrument ist, welches viele wertschätzen. So habe ich über die Jahre meine Gabe selbst nicht mehr erkannt und ihr auch nicht vertraut. Allerdings klappte das mit dem Business immer weniger gut und ich fand lange keinen Grund dafür. Ich legte mich immer mehr ins Zeug, baute das Angebot aus, bot noch mehr und noch mehr. Bis es mir keine Freude mehr machte, bis ein Auftrag so viel Arbeit war, dass ich es hinschmeißen wollte und letztlich auch tat. Heute weiß ich, dass ich am falschen Ende gesucht habe. Es geht nicht um die Art der Ausführung, es geht um das Gefühl dahinter. Die Menschen buchen mich nicht, um das Bett an eine andere Stelle zu schieben oder neue Pflanzen zu kaufen oder endlich mal aufzuräumen. Das können sie sich auch in Büchern anlesen oder im Internet, in Tutorials oder einem Workshop. Das ist nicht schwer. Was die Menschen wollen, ist ein besseres Wohngefühl. Sie wollen gerne nach Hause kommen und mit Freude Gäste empfangen. Sie möchten ein Home-Office, welches nicht Chaos verursacht, sondern einlädt sich hinzusetzen und etwas zu arbeiten, zu schreiben, malen, was auch immer.

Ja, wir wollen das Gefühl dahinter. Stimmt.

– Da ich viel über und mit Feng Shui gelernt habe, es mir auch verhältnismäßig leicht fiel, sehe ich es als Talent. Ich bin auch talentiert darin, Wohnungen und Büros schön zu gestalten, ordentlich und dennoch gemütlich. Ein weiteres Talent ist, aus wenigem viel zu machen. Ich nutze gerne das, was da ist. Mit Feng Shui zu arbeiten ermöglicht mir heute, meine Gabe zu leben und nicht mehr umgekehrt. Ich gehe nur noch auf speziellen Wunsch auf die 5-Elemente etc. ein. Das, was ich wirklich in einem Raum, für einen Raum, machen kann, das lässt sich nicht zeigen, nicht messen, nicht beweisen. Das lässt sich fühlen. Mit Worten ist das auch so. Für den einen geht das Herz auf, ein anderer hat keinen Bezug dazu.

Wer nicht fühlt, wird dich nicht buchen oder von dir lesen.

– Nun, wer mich nicht fühlt, wird gar nicht erst auf die Idee kommen. Das ist auch völlig in Ordnung so. Gabe ist leben mit Verbindung. Talent macht es sichtbar.

Danke. Danke dir vielmals. Ich bin jetzt ganz gefüllt mit all dem, den Worten, den Informationen, den Erkenntnissen. Bitte, kann ich das schriftlich bekommen? Ich möchte es gerne wieder und wieder lesen, es tut mir gut, ganz bestimmt.

– Sehr gerne. Nimm es mit, auf deinen Spaziergängen und wenn du auf einer Parkbank sitzt, um darin zu lesen, vergiss nicht zu lächeln. Denn Lächeln verbindet dich mit Dankbarkeit, die wiederum dein Herz erreicht – und meines auch.

© Judith Eherer • feelingwords.art

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