DISRUPT-HER ein Buchgewinn

Das Buch „DISRUPT-HER“ von Miki Agrawal / Kamphausen Verlag habe ich auf Instagram von Katharina Heilen gewonnen.

Hier mein Dankeschön ♥

Gestern fand ich ein Buch in meinem Postkasten. Schon allein das Päckchen zu sehen und anzugreifen war die reinste Freude! Ein bisschen wie an Weihnachten, wenn das Herz schon hüpft, weil die Hände ein Buch meinen zu erahnen.

In diesem Fall eben nur ähnlich, weil ich es schon wusste, mich bereits darauf freute. Die liebe Katharina Heilen hat vor einigen Tagen ein Buch verlost – und ja (!) ich habe eines davon gewonnen. Die Dankbarkeit überschlägt sich gerade in mir, denn es ist soviel mehr als mal etwas gewinnen. Das Buch kaum aufgeschlagen, wusste ich bereits, das geplante Abendprogramm wird geändert. 


DISRUPT-HER von Miki Agrawal ist
„Ein Manifest für die selbstbestimmte Frau“. 

„Wie sie die eigenen Grenzen für immer vergessen und ihre Träume verwirklichen.“

„Ein Buch, das dazu inspiriert, das eigene Leben anders zu leben: mutiger, selbstbewusster – frei von Grenzen.“

PRESSEINFORMATION KAMPHAUSEN.MEDIA // ISBN: 978-395883-388-3 Kamphausen Media Verlag


Heißen Kakao, Sessel, Kuscheldecke und lesen + nachdenken + noch mehr denken + freuen. Es ist kein Roman, nichts was ich einfach mal so an einem Abend durchlese.

Gestern schaffte ich die Einleitung und das erste Kapitel. Dieses werde ich heute noch einmal lesen, denn es bescherte mir viel wertvolle Innenarbeit.

Die größte Freude war, dass ich bevor ich nach Hause kam und den Briefkasten leerte, genau das machte, was im ersten Kapitel beschrieben wird: Staunen.

Ich fuhr mit einer alten Bim (Straßenbahn) durchs vorweihnachtliche Wien und ließ mich berieseln von den Lichtern und der Stimmung. Es war so ein Genuss, ich mag Wien auch sonst sehr, doch an manchen Tagen oder in manchen Momenten, da könnte ich die Stadt glatt umarmen. Wien ist oft für mich mehr ein Wesen als ein Ort.

Das schöne hier sind auch die vielen Touristen. Da falle ich als staunende erwachsene Frau nicht sonderlich auf. Nicht dass mich das stören würde, dennoch ist es angenehm. 

Denn, es kommt durchaus vor, dass sich andere durch mein Staunen irritiert fühlen, mal vorsichtig ausgedrückt. Ich hörte Sätze wie: 

„Du bist doch kein Kind mehr.“

„Für sowas hab ich keine Zeit.“

„Schaut irgendwie behindert aus.“

„Werd erwachsen.“

Nun, zum Glück gibt es Urlaube und Reisen und Theater und Kino und Museen. Da können dann auch die „Erwachsenen“ heimlich staunen. Manchmal kommt es mir so vor, als hieße erwachsen werden, aus dem Leben herauszuwachsen, sich irgendwie parallel entwickeln. Kein Wunder, dass dann alle ihre Mitte suchen und sich Erdung wünschen.

Ach ja, geerdet bin ich auch nicht, heißt es. Weil ich den Kopf in den Wolken hätte.

Ehrlich, ich höre das und früher verstörten mich solche Aussagen sehr. Heute nicht mehr. Auch dafür bin ich dankbar.

Apropos staunen – Sternenflaum freut sich auf dich, schau hier

Nebelleben

»Nebel rückwärts gelesen gibt Leben«

Vielleicht, weil wir nie wirklich ganz klar sehen werden, nie alle Zusammenhänge begreifen können … Es ist so schön im Nebel, sich vortasten, umhüllt sein, mutig sein, neue Wege wagen, lauschen … Alles ist so intensiv im Nebel und irgendwie gedämpft … Auch die Zeit scheint ihren eigenen Rhythmus zu haben.

Wenn sich der Nebel lichtet, wenn das Mystische verschwindet und der Alltag Farbe bekommt, wenn plötzlich das bunte, geheimnisvolle Laub zu nassem Matsch wird, dann ist sie wieder da, die Herausforderung hinzusehen, dass Leben zu schauen, um eben dann nicht mit trüben Blick, aus dem Leben wieder Nebel zu machen.

Ich genieße den Nebel im Wald, denn auch wenn ich weiß wie der Wald aussieht, wenn ich die Wege kenne, so ist doch im Nebel alles anders. Es darf mir stets ein Bild sein, dieses nicht ins Leben zu holen, mich verklären zu lassen von Kränkung, Stolz oder Erwartungen.

Denn ich weiß, ich würde mich darin verirren.

Freiheit schenken

Loslassen bedeutet, sich selbst zu befreien.

Vor etwa eineinhalb Jahren schenkte ich mir so eine Freiheit. Losgelassen hab ich, vielleicht sogar abgestoßen – das war intensiv, weil ich lange krampfhaft festhielt, was nichts in und an mir noch haben wollte. Ein paar Stunden danach, als sich der Adrenalinschub wieder legte, machte ich einen Spaziergang und las in einem Schaufenster „Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner“ – das ging durch und durch! So wahr wie seltsam. 

Heute, lange danach, fällt mir der Satz wieder ein, weil ich wieder etwas losgelassen habe, friedlicher diesmal. Doch nicht weniger intensiv. Ich habe mich befreit, losgelassen von vermeintlicher Sicherheit die mich nur festhielt. Doch wieder diese Tränen die nach Champagner schmecken.

Freiheit ist ein vielgeliebtes Ziel, doch kaum erreicht (zumindest etwas, denn ganz frei sein, da fehlt mir die Vorstellung, wie das sein könnte) macht sich die Selbstverantwortung breit. Lächelnd und mächtig. Wunderbar, doch auch ganz schön schwer.

Freiheit schmeckt wie Tränen mit Champagner

Verf. unbekannt

Und die Tränen? Erleichterung, Seelenschmerz, erstaunte Mut-Tränen, Angst ein bisschen und Freude. Der Champagner prickelt ja auch etwas bitter … und dennoch, hoch die Gläser, Korken knallen. Es ist wieder ein Schritt vollbracht.


Update:

„Ich habe Angst loszulassen, was ist wenn ich falle?“

Ein viel gehörtes Feedback.

Doch liegt das nur am Wortspiel, weil wir loslassen für verschiedene Bereiche einsetzen. So können wir uns drücken und schützen und verstecken und weiter nicht loslassen.

Dabei, mal ehrlich gefragt, wo hältst du dich fest? Ist es ein Geländer vor einem Abgrund? Oder die Idee der perfekten Partnerschaft? Oder der Gedanke an Existenzangst bei einem Jobwechsel?

Wir machen uns alle so viel vor. Schade.

Denn einmal losgelassen, einmal gespürt wie es ist, sich selbst zu vertrauen, einmal den Mut gefasst, zur eigenen Herzentscheidung zu stehen – wow, das ist so groß!

Klar springt das Adrenalin Trampolin. Und? Zeit sich richtig lebendig zu fühlen!

Loslassen bedeutet nicht,

zu fallen,

sondern der eigenen Urteilsfähigkeit

zu vertrauen.

Frau sein

Frau sein ist mehr, als der Tochter zu entwachsen. Es ist mehr als dieses Leben. Frau sein ist erinnern.

Nicht nur zur Zeit des Samhain, doch speziell dann, mit mehr Intensität, ein Gedenken, Denken, Erinnern, Wahrhaben und Andenken der Ahninnen.

Was mich als Frau ausmacht ist viel mehr als das was ich bin. Mehr als mein Leben, meine Entscheidungen und Erfahrungen. Es ist auch mehr als das, was ich über mich denke. Viel mehr als das, was andere denken.

Ich fühle vor allem eine tiefe Verbundenheit mit den Frauen der vergangenen Zeit. Da spüre ich, dass Tod nur eine Veränderung ist.

Es sind dabei nicht nur jene, die ich persönlich kannte. Das ganze Leben, das ganze Sein und Werden geht viel weiter als nur diese kurze Dekade.

Wir begegnen uns.

Hier und Jetzt. Gestern und Vorgestern. In diesem Leben und in anderen.

Ich streichle sanft über das Holz. Mein Urgroßvater hatte es in den Händen, hat es bearbeitet, einen Küchenschrank daraus gebaut. Dieses Möbel begleitet mich, erinnert an die Uroma, die Kindheit, an alte Zeit. Erinnert an eine Frau, die weder Kühlschrank noch Telefon hatte, deren Haus aber ein Heim war. Ich atme den Duft der Küche. Sehe mich im wilden Garten unter den Obstbäumen …

Ich bin froh, dass ich meine vielen Fragen auch noch heute an sie richten kann. An sie und unsere Schwestern, an mich und meine Leben.

WIR sind. Frauen.

Da ich glaube, dass wir durchaus in den Leben in verschiedene Geschlechterrollen schlüpfen, schließt dieses feine Erinnern die Opas und Onkels und verstorbenen Freunde nicht aus. Es sind die Seelen in uns. Diese weibliche, fühlende, verstehende und verbundene Essenz in allem.

Vielleicht braucht es deshalb einen „Vater unser“ in der Kirche. Da die Mutter aller sowieso IST. Eine umgedrehte Emanzipation von vor 2000 Jahren. Wer weiß …

Samhain soll der Ursprung der Feierlichkeiten um Ende Oktober / Anfang November sein. Darüber ranken sich Geschichten und Sagen … Für mich klar ist, dass es ein Übergang ist. Ich spüre zwei davon im Jahr. Einen eben jetzt, Ende Oktober, den anderen zum April.

Allerheiligen ist in vielen Ländern ein staatlicher Feiertag. Dabei spielt es keine Rolle, ob du oder ich diesen Glauben teilen. Es stehen auch viele an den Gräbern und Gedenken der Verstorbenen, dabei wäre doch das erst morgen, an Allerseelen. Das Heiligengedenken ist ein Feiertag, das Gedenken an die eigenen Ahnen nicht. Beim Gräbergang wird das vermischt. Seltsam irgendwie. Darf ich sagen, dass mir die Ahnen und Ahninnen heilig sind? Mir persönlich?

Es brennt ein Licht für euch. Manchmal in einer Kapelle, manchmal hier auf dem Tisch, immer in meinem Herzen.

Wir sind fühlende Wesen

Jedes Lebewesen ist feinfühlig.

Ja, auch du.

Vielleicht weißt du es schon oder ahnst es bereits. Möglich ist auch, dass du zurückschreckst, dass dir die Vorstellung feinfühlig zu sein, ängstigt oder eine Ablehnung in dir hervorruft.

Feinfühligkeit ist nicht schwach sein, ist nicht empfindlich sein, ist nicht naiv sein, ist nicht feige sein, ist nicht weinerlich sein, ist nichts wofür wir uns schämen müssen.

Feinfühligkeit ist eine ganz natürliche Eigenschaft aller Lebewesen.

Sie ist die Verbindung von uns allen. Im Fühlen kommen wir zusammen. Wir kennen das von der Liebe. Ohne feinfühlig zu sein, könnten wir die Liebe nicht wahrnehmen.

Feinfühlig zu sein heißt, sich dazu zu bekennen, mehr als Körper und denkender Kopf zu sein. Sich zu öffnen für das Feine, das Edle, das Leben an sich.

Trau dich und fühl

Wer zwar spürt, wenn ein Ball einen trifft, aber nicht fühlt, welcher Art der Boden unter den Füßen ist, dem fehlt ein wertvoller Lebensbegleiter und Ratgeber.

Wir fragen so vieles und so viele. Laut rufend, still sehnend und auch viel bezahlend.

Unsere Fähigkeit zu fühlen wird als Möglichkeit, sich selbst zu fragen, kaum genutzt. Dabei hören und lesen wir oft, dass alle Antworten in uns liegen, dass sogar alles was wir brauchen, in uns liegt.

Wir lernen zu meditieren, meist in großer Hoffnung. Dazu lernen wir still zu sein und zu lauschen. Wir hören klugen Menschen zu und gehen in den Wald spazieren.

Doch wenn wir vorher nicht erkennen, nicht anerkennen, dass wir feinfühlige Wesen sind, entgeht uns dabei genau etwas:

Das Wesentliche

Ein schönes Wort übrigens. Es enthält das Wesen und das Ich. Wir sind das. Wir sind wesentlich.

Wenn du dich fühlst, kannst du dich selbst fragen, ob du dieses oder jenes kaufen willst. Ob du dies oder lieber das essen willst. Wie du deine Zeit einteilst und wie du auf Umstände und andere Menschen reagieren willst.

Nur, weil uns dieses feine Gespür fremd vorkommt, klingt alles schwer und nach Veränderung. Dabei ist auch sie nichts, wovor es sich zu fürchten lohnt.

Ein natürlicher Flusslauf mäandert durch die Wiesen und Länder. Ein natürlicher Mensch verändert durch die Zeit und Erfahrungen – sich, seinen Lebensweg …

Veränderung zu fürchten wäre, sich vor dem Wachsen zu drücken. Denk zurück, als Kind wolltest du wachsen! Jeder Zentimeter verändert dich. Jeden Millimeter kannst du fühlen.

Bewusst werden

Ein nachhaltiges, bewusstes Leben ist die logische Konsequenz, der Hinwendung zu sich selbst, der Anerkennung deiner Gefühle.

Hier auf dieser Seite, mit den feelingwords, gebe ich dir Anregungen dazu und teile mit dir auch meine Erfahrungen. Sich trauen zu fühlen, verbindet uns.

Vom ersten Wort an (auch auf dieser Seite) gehst du mehr hin zu dir selbst. Worte führen uns und helfen uns zu verstehen.

Daher bist auch du Teil davon und jedes Wort von dir bringt uns näher zusammen. Du bist eingeladen, dich einzubringen, deine Erfahrungen und Schritte hin zu mehr Gefühl im Leben, mit mir und allen anderen zu teilen.

Einer alleine kann niemals alles wissen und tun, doch je mehr wir zusammentragen, umso hilfreicher wird es für jeden von uns.

Du kannst dies fühlen, nicht wahr?



S H A R E • T H E • L O V E
Teile den Beitrag gerne und bring feelingwords in die Welt ❦ Danke

Stille

Wie wohltuend Stille ist.

Die rastlose Suche nach Zerstreuung und stets Neuem lässt die Welt laut sein.

Stille kann nervös machen.

Sie lädt ein, hinzuhören.

Sich zu hören.

Dich zu hören.

Wie ist es, Antworten nicht in Form von Worten wahrzunehmen?

Ungewohnt.

Stecken ja die Worte schon in den AntWORTEn.

Die Stille kennt keine Buchstaben.

Stille füllt den Raum, dehnt ihn, schluckt die Zeit.

Ein Ergebnis im Da Sein. Gegeben. Erhalten. Nicht zum festhalten. Doch aufhalten, ja, das Herz, die Sinne, die Bereitschaft.

DIY – feelingwords an der Wand

Kürzlich fand ich auf einen meiner Streifzüge durch Wien eine sehr schöne Rolle Geschenkpapier. Sie ist schlicht, mit schönen Worten und kleinen Herzchen bedruckt.

Ich konnte es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und eine Wand damit zu schmücken. Meine Wohnung ist ja auch irgendwie ein Geschenk. Zumindest sehe ich sie als Glücksfall und so gar nicht selbstverständlich. Es ist mir eine Freude, dieses schöne Papier als Wandtapete zu benutzen und die Wohnung damit zu schmücken.

Nicht immer ist es angebracht oder möglich, Wände zu bemalen oder kreativ zu gestalten. In manchen Wohnungen ist man auch nur kurz, vielleicht ein paar Wochen oder Monate, berufsbedingt zum Beispiel.

Günstig, kreativ und sehr individuell lässt sich da mit Geschenkpapier Abhilfe schaffen.

Lebensfacetten

Eine Erinnerung

Das Leben zeigt sich uns in den verschiedensten Facetten. Einmal nur spazieren gehen, einmal nur mit offenen Augen durch den Park schlendern, einmal nur mit offenen Ohren den Menschen zuhören, einmal nur Gefühle zulassen, auch für vermeintlich Fremde. Facetten des Lebens eröffnen sich einem. Schöne wie Schmerzliche, unfassbar fast.

Wieder zuhause, im warmen Wohnzimmer, lässt man den Tag Revue passieren. Ein seltsames Gefühl stellt sich ein. Seltsam deswegen, weil man plötzlich dankbar ist, für das was man hat. Seltsam auch, weil man sich glücklicher fühlt, als noch am Morgen, und das, obwohl man nicht nur schönes gehört und gesehen hat. Oder vielleicht genau deswegen?
Auch das Denken und Fühlen erleben wir in tausend Facetten. Das Genießen ebenso wie auch das schlechte Gewissen. Sind Schuldgefühle angebracht, wenn man das Schicksal von anderen erfährt? Weil man selber oft jammert, obwohl es einem nie so „schlecht“ gegangen ist, wie so manch anderen?

Zeitlose Herzgedanken

Bevor sich in dir, der du diese Zeilen gerade liest, jetzt genau dieses schlechte Gewissen breitmacht, möchte ich dir sagen: „Nein.“ Wir brauchen uns wegen des Schicksals anderer nicht schlecht fühlen. Ich habe heute die Bestätigung dieses „Neins“ erlebt. Eben bei einem Spaziergang lernte ich Patrick kennen (den Namen habe ich aus Respekt vor seiner Privatsphäre abgeändert). Ihn hat das Leben arg gebeutelt, er war mehr als am Boden zerstört. Meine Probleme kamen mir da sofort winzig vor und ein Schamgefühl stellte sich ein. Jedoch, ihm ein menschliches Ohr zu leihen, ihm das Gefühl zu geben, dass es in dieser Welt noch Hoffnung gibt, dies konnte ich nur, weil ich dieses schlechte Gewissen durch Dankbarkeit ersetzte. Er merkte dies und er gab mir das Gefühl, dass genau diese ehrliche Menschlichkeit ihm jetzt eine Hilfe ist. Ich kann sein Leben nicht verändern, ich kann sein Schicksal nicht beeinflussen, aber ich helfe ihm keineswegs mit einem schlechten Gewissen. Und dann, nach ein paar Minuten reden, konnte er aufhören mit weinen, und einmal, ganz kurz, zeigte sich ein Lächeln in seinem Gesicht.
Lebensfacetten. Seine und meine. Authentisch und ehrlich.

Ich habe meine Schwierigkeiten mit dem Leben nicht verborgen, aber ich habe sie auch nicht wie ein Schild vor mir hergetragen. Ich habe ihm mit positiver Kraft und einem Lächeln gezeigt, dass die Sonne immer scheint, auch wenn sie gerade mal hinter einer Wolke versteckt ist. Seine Wolke mag größer sein wie meine. Und es mag wohl länger dauern, bis er wieder Licht sieht. Aber hätte ich mitgejammert oder mich hinter einem schlechten Gewissen versteckt, er hätte mir das mit der Sonne nie geglaubt.


Anmerkung: Dieses Erlebnis hat sich vor einigen Jahren in der Schweiz zugetragen. Es tut mir gut, mich daran zu erinnern. Ich fühle es noch, sehe den Park, die Trauer und das Lächeln …

25. Kapitel | Loslassen

Loslassen

Loslassen vom Thema 
Abschied nehmen von der Angst 
Sich befreien von alter Last 

Wenige Worte sind es 
Die einem den Atem 
Schwer werden lassen 

Wenige Worte sind es 
Die einen erinnern 
An Wunden und Narben 

Blockaden lösen 
Aus dem Schatten treten 
Nach vorne sehen 

Noch weniger Worte 
Bedarf es 
Um sich abzuwenden 

Noch weniger Worte 
Braucht es 
Um sich bewusst zu werden 

Dass man nur wegläuft 
Nur zusieht 
Nur abwartet 

Ich 
Dass ich nur verdränge 
Dass ich Angst habe 

Angst vor Veränderung

„Liebe Fee, Feodora! Wir sind da! Du bist so klug und zart und stark! Schau, wie weit du schon gekommen bist, was du alles erkannt hast!“

„Sternenflaum, Licht, ja, ich weiß und ich danke euch! Doch, wenn ihr nichts dagegen habt, möchte ich dieses Loslassen-Thema gerne loslassen. Es ist wie ein Bild welches mir nicht gefällt, ich aber dennoch gebannt darauf starre. Es ist Zeit, mich wieder dem Schönen zu widmen. Der Freude!“

„Nichts lieber als das! Da sind wir dabei!“

Fortsetzung folgt …

24. Kapitel | Schatten verstehen

„Sternenflaum, bitte, bist du da? Das ganze Thema mit Licht und Schatten beschäftigt mich mehr als mir lieb ist. Es kommt mir vor, als würde ich dabei über die Welt an sich nachdenken. Das ist mir echt zu groß!“

„Liebste Fee, das Thema um Licht und Schatten beschäftigt die Welt wohl seit Anbeginn. Wenn du erlaubst, betrachten wir es aus der jetzigen Sicht, aus deiner jetzigen Perspektive und Wahrnehmung.“

„Ja, okay, danke. Das klingt besser.“

„Bitte, Fee, erwarte aus unseren Gesprächen und auch aus deinen Überlegungen keine Endlösung oder gar die perfekte Antwort. Beides kann es, bei genauerer Betrachtung, nicht geben.“

Leben ist lebendig
Ist in Bewegung
Ist ohne Ende

Sternenflaum

„Dann ist Perfektionismus also an sich gar nicht möglich?“

„Für den Moment schon.“

„Doch im nächsten kann schon wieder alles anders sein, etwas noch besseres auftauchen …“

„Genau. Du befreist dich von dem Drang etwas perfekt machen zu wollen, wenn du einsiehst, dass dies immer nur eine Momentaufnahme ist.“

„Flaumi, somit hat sich schonmal ein Schatten erledigt.“

„Wie meinst du das?“

„Wenn ich etwas nicht perfekt genug hinbekommen habe, wanderte dies direkt in den Schattenbereich.“

„Interessant.“

„Ja, wow, das finde ich auch gerade!“

„Fee, wie weißt du eigentlich, wann du etwas nicht perfekt genug gemacht hast?“

„Wenn der Applaus fehlt. Also, ich meine, nicht klatschen oder so, mehr im übertragenen Sinn. Wenn also das, was ich mache, nicht auf positive Resonanz stößt.“

„Dann machst du das, was du machst also nur für andere?“

„Nein! Flaumi! Ach … na toll. Plitschplatsch in den Schatten.“

„Schatten ist gut für einen kühlen Kopf!“

„Flaumi! Bitte!“

„Ist ja gut. Pause?“

„Hmmmmm …“

„Sternenflaum! Hallo?!“

„Liebste Fee, willst du in diesem Fall auch mit mir Vorlieb nehmen?“

„Licht! Oh, ja natürlich. Ich meine, wer wäre besser geeignet für ein Gespräch über Licht und Schatten …“

„Jede und jeder im Grunde. Doch ich merke, wie sehr dich das Thema beschäftigt. Du versuchst zu kategorisieren, weil du nicht werten willst. Gleichzeitig findest du zu wenig Übereinstimmungen ebenso wie zu viele Widersprüche. Es ist nicht verwunderlich, dass du verwirrt bist.“

„Danke.“

„Gerne. Feodora, sag mir, hast du während einer Meditation schon einmal Schatten gefühlt oder besser gesagt, dass, was du darunter verstehst?“

„Nein. Doch das ist auch etwas was mich beschäftigt. Wenn doch Licht und Schatten zusammengehören, warum fehlt dann ein Teil während einer Medi?“

„Weil du sie vorher getrennt hast.“

„Ich?“

„Nicht nur du allein. Bitte, versuche zu fühlen.“

„Okay. Ich bin ganz ruhig.“

„Das fällt dir gerade überraschend leicht?“

„Stimmt. Das waren gerade meine Gedanken.“

„Möchtest du jetzt einen Schatten hervorholen?“

„Sicher nicht!“

„Trau dich und schau hinter dich. Du wirst einen Schatten sehen.“

„Bitte, bring mich nicht zum Weinen!“

„Schau, liebste Fee, schau hin. Schau wie das Licht den Schatten durchdringt! Schau, wie beide aus denselben Farben bestehen! Deine Traurigkeit, deine Angst, deine schmerzvollen Erinnerungen – natürlich weichst du dem aus, doch schau, wie Hoffnung erwächst, wie sich innerer Frieden ausbreitet, wenn du der Angst mutig begegnest! Schau, wie dich deine Erinnerungen schützen und deine Traurigkeit dich mit lieben Menschen verbindet. Ist diese Kraft schwächer als das Licht?“

„Nein, überhaupt nicht! Ich …“

„Ganz ruhig. Bleib bei dir, atme so entspannt wie möglich und lass dir Zeit.“

„Ja … Danke! … Ich …“

„Psst … Atme …“

23. Kapitel | Licht & Schatten

„Ich leb ja! Doch, lieber Sternenflaum, deine Fragen vorhin haben mir ganz schön zugesetzt. Ist es wirklich so, dass ich nicht richtig lebe, wenn ich mich zurückziehe? Mal nachdenklich bin oder traurig?“

„Natürlich nicht, liebste Fee! Die Fragen dienen dazu, dass du von dort auch wieder zurückkommst, wieder aufstehst und das Leben aktiv lebst.“

„Danke, Flaumi, hat ja geholfen. Ich möchte gerne mit dir etwas besprechen, was mir dazu nicht aus dem Sinn geht:

Licht und Schatten

Wenn ich das höre, verbinde ich es mit Glück und Traurigkeit. Wie Antonyme. Das Licht, das Glück, die Heiterkeit und Lebensfreude. Der Schatten, die Traurigkeit, die Sorgen und Schmerz. Das eine kann ohne das andere nicht existieren, heißt es.“

„Ohne Lichtquelle gibt es keinen Schatten.“

„Wenn Glück Licht ist und Traurigkeit Schatten, dann stimmt es für mich nicht mehr richtig. Denn das hieße ja, wo Traurigkeit ist, ist auch Glück da, es bringt sie sogar hervor! Eine verwirrende Vorstellung. Denn wer schon einmal richtig traurig war, der weiß, dass solche Vergleiche einem nicht wirklich weiterhelfen. Da ist kein Glück, nicht mal ein kleines. Und andersherum, wenn man so richtig glücklich ist, wenn man die Welt umarmen könnte vor Freude! Wenn das Herz in einem springt, die Sonne in einem lacht, wenn alles nur noch wunderschön ist, … wo ist dann der Schatten, bzw. die Traurigkeit? Nicht da, definitiv nicht da.“

„Nicht in deiner Wahrnehmung.“

„Stimmt. In meiner Wahrnehmung möchte ich Schatten nicht mehr als etwas Negatives haben. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. In einem Buch las ich vor kurzem: „Zwei Schwestern, Licht und Schatten, eine Nähe die keine Worte braucht.“ Da wurde Licht für Fröhlichkeit und Schatten für Nachdenklichkeit benutzt. Und wieder heißt es, nicht eines ohne das andere. Ich verstehe es nicht.“

„Du magst es vor allem nicht, wenn Nachdenklichkeit als etwas Negatives dargestellt wird, nicht wahr?“

„Flaumi, ich habe das Gefühl, wenn ich für andere nachdenklich bin, ich in Wirklichkeit ganz nah bei mir selbst bin. Ich denke nicht nur nach, ich fühle nach. Tief und still und gründlich.“

„Da hast du vielen etwas voraus. Lass dich bitte von dir nicht abbringen. Auch nicht von mir! Ich locke dich, ja, denn du möchtest viel erfahren und dich besser kennen lernen.“

Selbst das liebste Licht wirft Schatten

Sternenflaum

„Danke Sternenflaum, wirklich! Es ist nur so seltsam, den aufs erste Hören hin, weiß ich genau was gemeint ist, wenn Menschen oder Situationen mit Licht und Schatten beschrieben werden. Nur dann, wenn ich genauer darüber nachdenke, dann erschließt sich mir der Sinn doch nicht.“

„Du machst das bisher ganz richtig. Mit dem Herzen denken. Versuche es nochmal.“

„Ich will nicht so banal darüber denken, wie, selbst im größten Glück kann mal was passieren, auf den Regen folgt Sonnenschein und umgekehrt, oder aus jedem Loch kommt man wieder raus, wenn man nur will. Ja was will? Das Licht sehen? Sicher. Ich stelle mir gerade ein tiefes, dunkles Loch vor, eine traurige, weinende Seele. Sie sucht das Licht, die Seele will wieder lachen. Aber was bringt es, wenn man ganz unten sitzt, und oben sieht man, dass die Sonne scheint? Soll man heiter rufen, ah die Sonne, das Licht! Jetzt ist wieder alles gut? Was, wenn die Sonne blendet und man den Kopf abwendet? Wieder Schatten.“

„Stell dir einen wundervollen Tag am Meer vor. Herrlicher Sonnenschein, warmer Strand, kühles Meer, ein Traumtag, eine Seele die lacht und liebt. So schön, so wunderschön. Am Strand stehen Palmen, sie spenden Schatten. Gut tut das. Ein bisschen Pause machen, sich unter die Palme in den Schatten legen, das Leben genießen … Wo ist das Problem? Es gibt keines. Nicht einmal der Schatten vermag das Glück zu stören. Und du willst jetzt auch nicht hören, dass jeder schöne Tag mal zu Ende geht, oder wer weiß, vielleicht regnet es morgen, oder man streitet abends über irgendwas. Oder: aus jedem Traum wacht man mal auf.“

„Nein, Flaumi! Kann es auch NUR Licht geben? Muss wirklich immer Schatten folgen? Selbst wenn, dann bitte wie bei den Palmen am Meer.
Schatten integriert und genutzt.“

„Die Sterne werfen keinen Schatten.“

„Oh.“

„Das ist jetzt seltsam, es klingt traurig. Du wolltest doch NUR Licht …“

„Änderung. Ich nehm den Schatten mit. Die armen Sterne. Das wäre ja wie, wenn ich als lichtvoller Mensch keinen Schatten werfen würde … so als hätte mein Leben und Tun keine Auswirkung. Dabei kann sich ja auch jemand in meinem Schatten kühlen und erholen (nur so als Palme gedacht), wenn ich jemandem helfe zum Beispiel. Dabei klingt das jetzt ziemlich arrogant. Flaumi, ich komme da gerade nicht weiter.“

„Nimm dir Zeit, das kennst du ja schon. Wir sprechen bald weiter.“

22. Kapitel | Ich frage dich

»Liebste Fee, du hast dich zurückgezogen, wirkst nachdenklich. Wir lassen dich in Ruhe, doch lassen dich auch wissen, dass du nicht alleine bist. Wann immer dir danach ist, komm zurück zu uns und erzähle. Was dich bewegt, was dir am Herzen liegt, wir hören zu.«

»Sternenflaum, danke. Doch in mir ist so vieles durcheinander, es fällt mir schwer, mir selbst die richtigen Fragen zu stellen, um wieder klar zu sehen. Magst du mir helfen, bitte?«

»Sehr gern.«

Ich frage dich

Kannst du beschreiben,
wie es dir geht?
Kannst du mir zeigen,
wie du dich fühlst?

Kannst du begreifen
was los ist, mit dir?
Kannst du erklären
was passiert mit dir hier?

Kannst du mir sagen,
warum du dich quälst?
Kannst du erklären,
warum es dich schmerzt?

Kannst du hinsehen
und annehmen was ist?
Kannst du Ja rufen
und lieben, dein Ich?

Kannst du verzeihen
die Verletzung von einst?
Kannst du nach vorn' schauen
die Träume im Blick?

Kannst du mal still sein
und horchen in dich?
Kannst du mal laut sein
und schreien was geht?

Kannst du endlich mal leben
und wollen das Glück?
Kannst du frei sein
und lachen und umarmen die Welt?

Kannst du vertrauen
dem Ungewissen und dir?
Kannst du entgegenstehn
dem Anklagen hier?

Dann steh auf und sag
Ja! Ich leb'!

21. Kapitel | Seelenfreunde

Einfach nur da sein.

In diesem Moment.

Innehalten.

Umarmen.

Fühlen.

Halt geben.

Halt spüren.

Fallen lassen – sich, die Gedanken, die Sorgen …

Niemand ist alleine, ich nicht, du nicht.

In diesem Moment verbinden uns die Worte.

Über die Augen, die Ohren, in den Geist, ins Herz.

Pure Energie, übers Universum hinaus, Kilometer weit.

Gefühle fliegen in die Seelen.

Im Inneren fühlen wir diese Nähe.

Tränen fließen.

Fließen wie ein kleiner Bach im Licht.

Es ist gut.

Tränen waschen uns von innen rein.

Um wieder klar sehen zu können.

Uns von innen sehen.

Innen sehen wie wir fühlen, innen sehen, wie wir gefühlt werden.

Seelenfreunde.

Ja, das sind wir in diesem Moment.

Es ist schön, wenn sich Seelen umarmen.

Lass sie zu, diese Nähe, diese unerklärliche Vertrautheit.

Frag nicht, nicht jetzt.

Ich bin da und du bist da, in diesem Moment.

20. Kapitel | Zauberkerze

Zauberkerze

Es ist wie eine Kerze im Inneren.
Eine Zauberkerze die hell leuchtet; ein warmes, weiches Licht, an dem du dich nicht verbrennen kannst. 
Und, es ist eine Kerze die niemals abbrennt. Dennoch kann sie ausgehen – durch einen starken Sturm zum Beispiel. 
Ein Sturm der von außen zu dir nach innen dringt. Und, der, selbst wenn er sich wieder legt, Schaden angerichtet hat.

„Manchmal kommt die Kerze auch ins Flackern – wenn Unsicherheit zu spüren ist. Im eigenen Inneren, aber auch mal übertragen von anderen. Und es gibt Situationen, in denen die Kerze langsam auszugehen droht. Wie, wenn ihr der Sauerstoff ausgehen würde. Ganz sacht passiert das, anfangs noch unbemerkt. Doch sobald du es fühlst, gilt es herauszufinden, woran es liegt, dass zu wenig Sauerstoff für die Kerze da ist.“

„Sternenflaum, sag, kommt von außen nicht mehr so viel wie früher? Oder werde ich von außen gerade zu damit überflutet und schließe intuitiv das Ventil? Oder habe ich das Ventil sogar geschlossen, weil ich diesen »Sauerstoff«, den ich so lange bekam, nicht mehr will?°

„Fee, lässt du die Kerze langsam ausgehen und siehst auch noch dabei zu? Wie es immer weniger wird, das Leuchten? Wie so langsam alles abstirbt? Du könntest das Ventil wieder öffnen, ein wenig schon würde genügen. Aber willst du das überhaupt? Doch! Bestimmt willst du das. Denn es ist ein kaltes Gefühl im Inneren ohne die Kerze. Und, wenn sie erst einmal aus ist, wer weiß wie lange es dauert, bis sich dieses absolute Glücksgefühl wieder einstellt, dieses Gefühl der Liebe, das zuständig ist fürs Anzünden der Kerze.“


Ziele

Irgendwann
und doch jetzt gleich
Irgendwann
und ganz bestimmt

Wird alles wahr
und ist es schon
Wird alles wahr
und wundervoll

Geduld belohnt
und viel gelernt
Geduld belohnt
und nichts bereut

Himmelsglück
und Erdentaumel
Himmelsglück
und Heiterkeit

Von Freud’ erfüllt
und Leichtigkeit
Von Freud’ erfüllt
und Angst befreit

Engelslicht
und Kopfverstand
Engelslicht
und fast verrannt

Am Ende steht
das Irgendwann
Am Ende steht
das Glauben dran

19. Kapitel | Sicherheit

„Sicherheit. Was für ein Thema. Sternenflaum, können wir uns darüber unterhalten? Es lässt uns aufatmen, doch es kann auch beklemmend sein. Das Umfeld, in dem wir leben, ist es das, was wir wirklich wollen, bzw. uns vom Leben wünschen?“

„Selten begegnen mir Menschen die diese Frage mit ‚Ja‘ beantworten können. Viel öfter sehe ich nach dieser Frage in Gesichter, die irgendwie scheinen, als würden sie sich in sich selbst zurückziehen. ‚Nein‘, das ist die Antwort, mit einem ‚leider‘ als Begleitung. Und ein ‚aber‘ kommt gleich anschließend noch dazu. Manchmal auch ein ‚wie‘. Es gibt da eine Frage, liebe Fee, die kommt in dem Zusammenhang so gut wie nie, dabei ist es wohl die einzige Frage, auf die eine Antwort folgen kann.“

„Wie lautet sie?“

„Es ist die Frage nach dem ‚Warum‘. Warum ist mein Leben nicht so, wie ich es mir erträume, beziehungsweise wünsche?“

WARUM?

„Kann es sein, dass mir die Antwort darauf nicht gefallen wird?“

„Gut möglich. Die Antwort darauf ist: Sicherheit. Hat nicht jeder schon davon gehört, dass man sein Leben jederzeit ändern kann? Das ein jeder ‚seines Schicksals Schmied‘ ist? Auch hier heißt die Frage nicht ‚Wie‘, sondern ‚Warum‘. Warum ändere ich es dann nicht?“

„Flaumi, darauf antworten wohl viele: Aber wie kann ich es denn ändern? So viele Probleme, Umstände, Familie etc. Wie soll ich da was machen können?“

„Schau, es kommen wieder die ‚Wie-Fragen‘. Doch diese enthält keine mögliche Antwort; sie ist nur ein Verdrängen, ein Abschieben der Verantwortung für sein eigenes Leben. Die Frage bleibt: Warum? Die Antwort bleibt: Sicherheit.“

„Erkläre es mir bitte, Sternenflaum.“

„Hast du dich nicht wohlig eingerichtet in deiner Komfortzone Sicherheit? Ist es zwar lästig, langweilig, unausgefüllt, problembehaftet, schmerzend und schwierig, dein Leben, aber dennoch, wenn du es genau betrachtest, dann hast du doch alles, oder? Job, Haus, Familie, Auto etc. Anderen gehts schlechter, nicht wahr? Natürlich, es könnte besser sein, du könntest dich glücklicher fühlen, aber …“

„Tja, raus aus diesem Komfortzonen-Leben würde bedeuten, auch das vermeintlich Gute zu verlieren.“

„Pass auf, Fee, denn es würde unter anderem auch heißen, Bequemlichkeit mit Energie zu tauschen, das hat zwei Seiten. Wäre es nicht schön, wenn in deinem Leben mehr los wäre? Mehr Spaß und Freude, mehr Spontanität und Glück?“

„Ja, aber meistens …“

„Siehst du, die Antwort versteckst du in dir selbst. In deinem inneren Konflikt. Weil du glaubst, was oben steht, dass zum Beispiel die Bequemlichkeit abhandenkäme, würdest du dein Leben verändern. Weil du nicht glaubst, dass es dir nach der Veränderung wirklich besser geht, und du dir nicht vorstellen kannst, dass ein Verlassen der jetzigen Lebenssituation, dir automatisch mehr Lebensfreude beschert. Du siehst Probleme auf dich zukommen. Probleme die du jetzt nicht hast. Wiegst du sie gerade gegeneinander auf, in deinem Kopf? Solange du dies machst, wirst du nichts verändern. Du wirst dein gesichertes, aber langweiliges Leben nicht aufgeben.“

„Manche sagen, dass da wohl der Schmerz noch nicht groß genug ist.“

„Das stimmt so nicht. Der Schmerz ist riesig! Der Schmerz schreit in den Himmel! Es ist kaum auszuhalten. Und ein Ende, eine Schmerzgrenze, ist nicht in Sicht. Denn, je größer der Schmerz ist, beziehungsweise wird, umso mehr ziehst du dich in deine Sicherheits-Komfortzone zurück. Das ist völlig logisch und nur allzu menschlich.“

„Dann ist es nicht falsch?“

„Nein, daran ist nichts Falsches. Nur ist es keine Lösung.“


Frage dich:

Was verstehe ich unter dem Begriff Sicherheit – in Bezug auf mein Leben, meine Partnerschaft, meinen Beruf? Warum ist mir das so wichtig?

Was brauche ich, um diesen Bedarf zu decken? Warum glaube ich, zu wenig zu haben?

Ist es wirklich unmöglich für mich, dieses Bedürfnis auch außerhalb meiner jetzigen Welt zu stillen? Warum suche ich nicht danach?

Ist es überhaupt möglich, diese Sicherheit im Außen zu finden? Warum suche ich nicht im Innen?

Hat mir schon mal irgendwer völlige Sicherheit geben können oder bleibt immer so ein kleines Rest-Unsicherheitsgefühl übrig? Warum hinterfrage ich das nicht?

Was muss ich dafür tun, um von Außen, also von den Menschen in meinem Umfeld, diese Sicherheit zu bekommen? Warum kümmert mich das?

Ist mir der Preis zu hoch? Warum bewerte ich das überhaupt?

Warum brauche ich diese Sicherheit?


„Und bitte, falls du fragst: Kann ich das schöne, glückliche Leben nicht auch in meine jetzige Situation einbringen? Dann lausche auf die Antwort, die du soeben in deinem Inneren vernommen hast. Du kennst sie. Du weißt, welche Gefühle dafür notwendig sind und du weißt, ob diese Gefühle (noch) vorhanden sind, oder nicht?“

„Sternenflaum! Ja ich fühle es, doch ehrlich, das ist mir gerade zu viel auf einmal; ich brauche Zeit um über alles nachzudenken …“

Nachtlicht gefällig?“