29. Kapitel | Ich suche dich

Bist du mir nah,
meine Seele, meine Liebe?

Darf ich dich fühlen,
mich an dich lehnen?

Mein Licht,
strahlst du mir?

Ich kann dich
nicht sehen,

nicht im Spiegel,
nicht im Traum.

Doch lass mich dich
wahrnehmen,

lass mich spüren,
dass du da bist,

lass mich wissen,
wer ich bin.

Du weißt,
dass ich dich suche,

mich so sehr
nach mir sehne.

Nach mir, meine Liebe,
nach dir, meine Seele.

Wo bist du, mein Ich?
Sei bei mir bitte

und zeig mir
mein Zuhause.

„Allerliebste Fee, deine Worte berühren uns zutiefst.”

„Sternenflaum, Licht – oh ich danke euch! Ein bisschen seid ihr die Antwort auf meine Suche und meine Fragen. Zumindest soviel, dass ich mich gehört fühle.”

„Nun, vor nicht allzu langer Zeit hast du dich auf die Reise gemacht, was sehr bemerkenswert und mutig war und ist. Deine Worte soeben, tief aus deinem Herzen, zeigen, dass du weiter auf diesem Weg gehst. Wir werden dich immer begleiten und für dich da sein. Doch ob du dich noch besser kennenlernen wirst, dich noch klarer finden wirst, können wir nicht versprechen.”

„Mein Licht, das ist schon okay. Ich hab bereits kapiert, dass das alles von mir aus geht und dass ich da selbst die Verantwortung trage. Es ist ein stetiges Looping-Spiel, von dem ich hoffe, dass es mal ruhiger wird, dass ich mal ruhiger werde. Innen. Mit den Ängsten und Fragen und Sorgen und Gedanken und so.”

„Fee, ich freue mich, dass du in deiner Aufzählung die Gefühle nicht erwähnt hast.”

„Flaumi, wie könnte ich! Das ist mein größtes Glück auf dieser Reise, dass ich erkennen durfte, dass mir meine Gefühle nicht im Weg stehen, ganz im Gegenteil. Nur durchs Fühlen kann ich dich und das Licht überhaupt erst wahrnehmen. Nur gefühlt kann ich meine Gedanken abwägen und mich trauen weiterzugehen. Das ist so ein Geschenk!”

„Du bist das Geschenk. Liebe Fee, eines möchte ich dir noch mitgeben, ich bin mir sicher, dass deine Worte von vorhin sich irgendwann zwar gleich anhören, doch völlig anders anfühlen werden. Freu dich darauf, dass Sehnsucht das Herz auch zum Schwingen bringen kann. Freu dich darauf, wenn die Schwere sich in Leichtigkeit wandelt und du uns winkst, weil du nicht mehr überrascht bist, uns bei dir zu haben.”

„Danke von Herzen, liebes Licht. Ich weiß jetzt schon, dass es so sein wird, denn manchmal spüre ich es ja schon. Nur kurz, doch klar und schön. Ich freue mich wirklich darauf, dass ich mich nicht mehr für verrückt halte, mich mit euch auszutauschen und wenn ich nicht mehr erschrecke, wenn ich im Dunkeln die Augen schließe und dann alles ganz hell wird. Aber bitte, du musst zugeben, das ist schon etwas irre.”

„Nun, Liebe darf das sein.”

„Liebe.”

„Ja. Liebe.”



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